
Grünwidl: Kirche soll "Sauerteig für die Gesellschaft" sein
Für eine aktive Rolle der Kirche im gesellschaftlichen Diskurs hat sich der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl ausgesprochen. "Es gibt keinen Grund, dass wir leiser werden, wenn wir weniger werden", sagte er bei der Diözesankonferenz der Katholische Aktion der Erzdiözese Wien vergangenen Mittwoch im Wiener Otto-Mauer-Zentrum. Die Kirche müsse weiterhin eine "unverzichtbare Stimme im öffentlichen Diskurs" bleiben. Besonders die Katholische Aktion sei bei gesellschaftlichen, sozialen und umweltpolitischen Fragen gefragt, damit die Kirche "Sauerteig für die Gesellschaft" sei.
Im Mittelpunkt der Vollversammlung aller Gliederungen der Katholischen Aktion - von der Katholischen Jungschar bis zum Umweltbüro - standen Fragen rund um eine synodale Kirche und neue Beteiligungsformen. Grünwidl präsentierte dabei zehn Impulse für "Lebendige Gemeinden". Ein zentrales Anliegen sei es, Pfarren als offene Räume für Begegnung, Glauben und gesellschaftlichen Dialog zu stärken. Es brauche "viele niederschwellige Angebote", bei denen Menschen aus der Nachbarschaft "andocken können". Pfarren sollten Orte sein, in denen "dazugehören, sich einbringen und im Glauben zu wachsen" selbstverständlich möglich werde.
Ehrenamtliches Engagement
Vorgestellt wurde bei der Konferenz auch das Demokratieprojekt "mitunter gegenüber" der Katholischen Aktion. KA-Vizepräsidentin Margit Pröglhöf Piriwe erklärte, dabei würden "Menschen mit unterschiedlichen Weltanschauungen" in Pfarren eingeladen. In moderierten Gesprächen und bei gemeinsamem Essen solle gelernt werden, einander zuzuhören und "trotz Unterschieden im Gespräch" zu bleiben. Ziel sei es, "die Gesprächskultur in unserer Demokratie zu stärken".
Ein weiterer Schwerpunkt war die stärkere Beteiligung Ehrenamtlicher. KA-Präsident Reinhard Bödenauer betonte: "In unserer Diözese ist wichtig, dass mehr mit Ehrenamtlichen gesprochen wird - und nicht über sie." Grünwidl zeigte sich am Ende der Konferenz zuversichtlich: "Ich bin zuversichtlich, dass wir Formate finden, wo Ehrenamtliche stärker eingebunden sind als im bisherigen Ausmaß." Zugleich dankte er für "das gute Miteinander von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in der KA".
Quelle: kathpress