
Diözese St. Pölten: Früherer Regens Ulrich Küchl gestorben
Ulrich Küchl, der frühere Regens des St. Pöltner Priesterseminars, ist mit 82 Jahren verstorben. Wie die "Kronenzeitung" (Freitag) berichtete, kam Küchl schon am Dienstag in Tschechien bei einem Autounfall ums Leben. Küchl lebte zuletzt - ohne offizielle Funktion in der Diözese St. Pölten - zurückgezogen in Eisgarn im Waldviertel.
Ulrich Küchl wurde 1943 im ostpreußischen Königsberg geboren, die Familie floh gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Küchl wuchs in Waidhofen an der Ybbs auf und maturierte 1962 am dortigen Bundesrealgymnasium. Anschließend studierte er von 1962 bis 1967 Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in St. Pölten und wurde 1967 zum Priester geweiht. 1976 übernahm er die Funktion des Propstes des Stiftes Eisgarn im Bezirk Gmünd. Dort leitete Küchl den Wiederaufbau der Stiftsgebäude und eines Priesterkollegiums. Er war auch als Musiker und Komponist bekannt. Als Komponist war er langjähriger Schüler von Gottfried von Einem. Er gründete die "Waldviertler Stiftskonzerte", an denen über viele Jahre auch das "Waidhofner Kammerorchester" beteiligt war.
Küchl war Regens des St. Pöltner Priesterseminars als es 2003/04 zum Skandal kam, weil im Seminar pornografische Bilder auf einem Computer gefunden und homosexuelle Praktiken bekannt wurden. Klaus Küng, damals Bischof von Feldkirch, wurde beauftragt, die Vorgänge als Apostolischer Visitator zu prüfen. In der Folge wurden Regens Küchl und Sub-Regens Wolfgang Rothe ihrer Funktionen enthoben. Das Priesterseminar wurde vorübergehend geschlossen und der damalige St. Pöltner Diözesanbischof Kurt Krenn trat zurück. Das Verhältnis des neuen St. Pöltner Bischofs Klaus Küng zu Küchl blieb über Jahre höchst angespannt.
Quelle: kathpress