
Wien: Dompfarrer Faber spricht selbst vom Ruhestand mit 65
Noch gibt es vonseiten der Erzdiözese Wien keine neuen Informationen zur Zukunft von Dompfarrer Toni Faber. Letzterer hat am Dienstag und Mittwoch gegenüber mehreren Medien aber bestätigt, dass er sich inzwischen vorstellen könne, mit 65 Jahren - also kommendes Jahr - als Dompfarrer in den Ruhestand zu treten. Zudem bestätigte er auch, dass er mit der Leitung der Erzdiözese Wien in "guten Gesprächen" sei, wie er etwa dem "Standard" sagte. Auch gegenüber dem "Kurier" und der "Presse" formulierte der Dompfarrer den Stand der Gespräche gleichermaßen.
Vor seinem 60. Geburtstag habe er sich nicht vorstellen können, als Dompfarrer überhaupt jemals aufhören zu wollen, sagte der Geistliche gegenüber dem "Kurier". Aber er sei auch in dieser Frage besonnener geworden. Nun sei ihm bei dem Gedanken, mit 65 Jahren in Pension zu gehen, nicht bange: "Nichts ist unvorstellbar."
Faber will aber jedenfalls weiterhin als Priester wirken. Er hofft laut "Standard", etwa auch künftig Messen und Taufen in St. Stephan abhalten zu können, "wenn auch vielleicht nicht mehr in der offiziellen Funktion des Dompfarrers", wie er es im "Kurier" formulierte.
Dass sich nun Proteste gegen seinen Abgang formieren könnten, wollte Faber nicht dementieren. Mitglieder der Dompfarre hätten sich schon an ihn gewandt mit der Frage, ob und wie man für seinen Verbleib beim Bischof eintreten könnte. Er forciere das aber nicht, betonte Faber. Das sei ausschließlich Sache derer, die sich engagieren wollen.
Seitens der Erzdiözese Wien bestätigt Pressesprecher Michael Prüller am Mittwoch auch gegenüber Kathpress lediglich, dass es "gute Gespräche" mit dem Dompfarrer gebe, die fortgeführt werden. Für inhaltliche Details sei es noch zu früh, solange kein abschließendes Ergebnis der Gespräche vorliegt.
Seit 1997 Leiter der Domseelsorge
Toni Faber (64) ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Katholischen Kirche in Österreich. Er ist seit fast 30 Jahren für die Seelsorge am Stephansdom hauptverantwortlich. Kardinal Christoph Schönborn ernannte ihn mit Wirkung vom 1. Jänner 1999 zum Dompfarrer von St. Stephan. Zuvor war er seit 1. Juli 1997 in der Funktion eines Moderators der Dompfarre tätig.
Faber wurde am 18. März 1962 in Wien geboren, wo er von 1980 bis 1987 im Priesterseminar war und an der Universität das Theologiestudium absolvierte. Nach seiner Priesterweihe 1988 war Faber zunächst ein Jahr lang in der Dompfarre Wiener Neustadt tätig. Von 1989 an fungierte er drei Jahre lang als Studienpräfekt im Wiener Priesterseminar. Gleichzeitig übte er seit Dezember 1989 das Amt des erzbischöflichen Zeremoniärs bei Kardinal Hans Hermann Groer sowie seit September 1995 bei Erzbischof Christoph Schönborn aus. 2000 wurde Faber Mitglied des Wiener Domkapitels. Von 1999 bis 2024 war Faber auch Dechant der Inneren Stadt.
Österreichweit bekannt ist der Wiener Dompfarrer durch seine große mediale Präsenz und seine vielen seelsorglichen Verdienste. So manche Katholikinnen und Katholiken fühlten sich durch diese öffentliche Präsenz bzw. den Lebensstil Fabers aber auch vor den Kopf gestoßen.
Quelle: kathpress