
Weltsynode-Umsetzung geht weiter: Vatikan veröffentlicht Leitlinien
Der Vatikan hat Leitlinien für die weitere Umsetzung der Weltsynode veröffentlicht. Nach dem vorläufigen Abschluss des von Papst Franziskus (2013-2025) angestoßenen weltweiten katholischen Reformprojekts für eine synodalere Kirche im Oktober 2024 beginnt 2027 eine neue, vierteilige Phase. Der Weg zu mehr Mitsprache in der Kirche mündet im Oktober 2028 in einer großen Kirchenversammlung mit Papst Leo XIV. im Vatikan, wie das zuständige Synodensekretariat am Mittwoch mitteilte.
Zunächst sollen die einzelnen Diözesen ihre Erfahrungen mit der Umsetzung des 2024 verabschiedeten Abschlussberichts schildern. Nach dieser Etappe im ersten Halbjahr 2027 sind die nationalen und regionalen Bischofskonferenzen an der Reihe. Sie sammeln die Berichte aus ihren Diözesen und verfassen zugleich eine theologisch-pastorale Deutung des eingeschlagenen Weges.
Keine Wiederholung des ersten Teils der Weltsynode
Die dritte Etappe findet auf kontinentaler Ebene in den ersten vier Monaten des Jahres 2028 statt. Diese Versammlungen sollen je einen Bericht vorlegen, der gemeinsame Prioritäten und Ausrichtungen aufzeigen soll.
Die Inhalte dienen anschließend zur Erstellung des Arbeitsdokuments für die finale "Kirchliche Versammlung" im Vatikan im Herbst 2028. Deren genaue Modalitäten müssen noch festgelegt werden. Beschlossen ist bereits die Bildung von Entscheidungsgruppen, die thematische Kernthemen des Prozesses vertiefen sollen. Die Ergebnisse werden anschließend dem Papst vorgelegt.
Bei den Etappen gehe es nicht darum, die ursprüngliche Synodenbefragung zu wiederholen oder zusätzliche Beratungen in Gang zu setzen, stellt das Synodensekretariat klar. Vielmehr solle das im Rahmen des Synodalen Prozesses bereits Erlebte neu interpretiert und die gewonnenen Erfahrungen innerhalb der Kirche ausgetauscht werden.
Ausgewogene Auswahl von Teilnehmern
Bei der Auswahl der Teilnehmer soll laut Sekretariat auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Männern und Frauen und zwischen den Generationen geachtet werden. Weiter gelte es, die kulturelle und kirchliche Vielfalt in den Prozess miteinzubeziehen. Dazu zählten neben geweihten Männern - insbesondere Pfarrern - und Ordensleuten auch Mitglieder von Vereinigungen, Bewegungen und neuen Gemeinschaften sowie Gläubige, die keiner organisierten Struktur angehören.
Eine Teilnahme von Menschen in schwierigen Lebenssituation wird ausdrücklich empfohlen. Gegebenenfalls könnten auch Vertreter anderer Kirchen oder Religionen teilnehmen.
(Mitteilung des Synodensekretariats und Leitlinien "Towards the Assemblies 2027-2028: stages, criteria, and tools for preparation" in mehreren Sprachen verfügbar unter www.synod.va/en/news/towards-the-ecclesial-assembly-of-october-2028.html)
Quelle: kathpress