
Katholische Frauenbewegung: Klimaschutz als Menschenrecht verankern
Die Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö) hat vor der Abstimmung der UNO-Generalversammlung über eine internationale Klimaresolution ein klares Bekenntnis Österreichs eingefordert. Die Resolution, deren Abstimmung für Mittwoch angesetzt war, soll den Klimaschutz als völkerrechtliche Verpflichtung stärken und baut auf einem historischen Gutachten des Internationalen Gerichtshofs (IGH) aus dem Vorjahr auf. Darin stellte dieser fest, dass Staaten verpflichtet sind, Menschen vor den Folgen der Klimakrise zu schützen.
Die kfbö sieht darin einen Wendepunkt in der internationalen Klimapolitik. "Klimawandel ist eine Frage der Gerechtigkeit, denn Menschen sind unterschiedlich betroffen und haben ungleich verteilte ökonomische Möglichkeiten, ihn zu bewältigen", erklärte die kfbö-Vorsitzende Angelika Ritter-Grepl in einer Aussendung vom Mittwoch. Gerechtigkeit sei zugleich "eine Vorbedingung für Frieden". Die Kirche wisse das "seit Jahrhunderten", nun müsse "die Politik endlich handeln".
Klimagerechtigkeit "mehr als Umweltpolitik"
Unterstützung erhält die Initiative auch aus kirchlichen Kreisen. Der Vatikan hatte sich bereits im Vorjahr am Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof beteiligt und dabei auf die Umwelt-Enzykliken "Laudato si'" und "Laudate Deum" von Papst Franziskus verwiesen. Die kfbö wertet dies als ein deutliches Signal. "Die Kirche hat in diesem historischen Verfahren bereits Farbe bekannt", so Ritter-Grepl. Schöpfungsverantwortung bedeute "nicht reden, sondern tun".
Nach Angaben der Frauenbewegung wurde sowohl Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin als auch Außenministerin Beate Meinl-Reisinger kontaktiert, um Unterstützung für die Resolution zu erreichen. Gemeinsam mit der Weltunion katholischer Frauenorganisationen (WUCWO) wolle man katholische Netzwerke weltweit mobilisieren, damit Regierungen der Resolution zustimmen. Klimagerechtigkeit sei "mehr als Umweltpolitik - sie ist eine Frage von Menschenrechten, Frieden und globaler Verantwortung".
Frauen von Klimakrise besonders betroffen
Im Zentrum der Argumentation steht die besondere Betroffenheit von Frauen durch die Klimakrise. Die kfbö verweist auf Projekte der Aktion Familienfasttag, mit denen jährlich mehr als 70 Initiativen im Globalen Süden unterstützt werden. In Subsahara-Afrika müssten Frauen aufgrund von Dürren längere Wege zur Wasserversorgung zurücklegen, in Bangladesch zerstörten Überschwemmungen Lebensgrundlagen, in Kolumbien kämpften Frauen gegen Landraub und Umweltzerstörung.
Die Partnerinnen der kfbö seien dabei "nicht bloß Betroffene der Krise", heißt es in der Aussendung. Vielmehr seien sie "Organisatorinnen, Friedensstifterinnen und Trägerinnen von Wissen und Veränderung". Genannt werden unter anderem klimaangepasste Landwirtschaftsprojekte in Nepal, Wasserversorgungssysteme in Tansania sowie Initiativen zum Schutz von Lebensräumen in Kolumbien.
Auftrag aus Schöpfungsverantwortung
Die Resolution der UNO-Generalversammlung wurde vom pazifischen Inselstaat Vanuatu eingebracht und zielt unter anderem auf einen gerechten Ausstieg aus fossilen Energieträgern, stärkere internationale Zusammenarbeit und die Anerkennung klimabedingter Schäden ab. Für die kfbö ist die Abstimmung daher auch ein moralischer Gradmesser. Klimagerechtigkeit sei "Schöpfungsverantwortung" und verlange konkretes politisches Handeln, hieß es.
Quelle: kathpress