
Katholische Erwachsenenbildung vor Führungswechsel
Das Forum Katholischer Erwachsenenbildung in Österreich steht vor einem personellen Neustart an der Spitze. Der langjährige Vorsitzende und Mitbegründer Hubert Petrasch (66) wird seine Funktion mit Juni zurücklegen. Zu seinem Nachfolger wurde Andreas G. Weiß (39) bestellt; die bisherige Geschäftsführerin des Katholisches Bildungswerk Steiermark, Martina Platter (55), übernimmt den stellvertretenden Vorsitz, geht aus einer Aussendung vom Donnerstag hervor.
Mit dem Führungswechsel verbindet das Forum auch einen umfassenden Struktur- und Strategieprozess. Ziel sei es, zentrale Abläufe weiterzuentwickeln und zugleich auf neue gesellschaftliche Herausforderungen zu reagieren, erklärte Bundesgeschäftsführer Bernd Wachter im aktuellen Wirkungsbericht 2025. Bildungsangebote sollten weiterhin "niederschwellig, qualitätsvoll und wirksam" gestaltet werden.
Petrasch prägte die katholische Erwachsenenbildung in Österreich über Jahrzehnte hinweg. Darüber hinaus war er auch auf europäischer Ebene engagiert: Bis April stand er der FEECA vor, dem Zusammenschluss katholischer und christlicher Erwachsenenbildungsorganisationen in mehreren europäischen Ländern. Bei der Generalversammlung der Föderation in Brüssel übergab Petrasch das Präsidentenamt an die deutsche Erwachsenenbildnerin Lea Sedlmayr. Wachter wurde dabei zum Vizepräsidenten der europäischen Föderation gewählt.
Über eine halbe Million Teilnehmer
Das Forum Katholischer Erwachsenenbildung zählt zu den zehn Verbänden der Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ). Der aktuelle Wirkungsbericht des Forums unterstreicht die gesellschaftliche Bedeutung der katholischen Erwachsenenbildung in Österreich. Vergangenes Jahr wurden laut den Angaben rund 27.000 Veranstaltungen mit mehr als 522.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt. Getragen werden die Angebote von 566 hauptamtlichen sowie rund 11.200 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Das Bildungsangebot reicht von ethisch-religiösen Fragen über Familienthemen bis hin zu gesellschafts- und demokratiepolitischen Fragestellungen. Einen Schwerpunkt bildet weiterhin die katholische Elternbildung. Seit 20 Jahren steht die Initiative "MARKE Elternbildung - Mit Achtung und Respekt kompetente Eltern" für Bildungsangebote zu Beziehung, Kommunikation und Erziehungskompetenz. Ausgezeichnet wurde im Berichtsjahr die Workshopreihe "Unser Kind ist anders" des Katholisches Bildungswerk Vorarlberg.
Zunehmend an Bedeutung gewinnen laut Bericht zudem Bildungsangebote zu Kinderrechten, Kinderschutz sowie interkulturellen und gesellschaftspolitischen Themen. Die katholische Erwachsenenbildung wolle damit Räume für Dialog, Orientierung und gesellschaftlichen Zusammenhalt schaffen, so Wachter. (Info: www.forumkeb.at)
Quelle: kathpress