
Papst Leo XIV. präsentiert seine erste Enzyklika zu KI-Ethik
Um den Schutz der Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz dreht sich das erste universales Lehrschreiben von Papst Leo XIV. Das Außergewöhnliche: Bei der feierlichen Präsentation der Sozialenzyklika am Pfingstmontag um 11.30 Uhr im Vatikan wird der Papst selbst das Wort ergreifen. Üblicherweise werden Dokumente dieser Art in einer internationalen Pressekonferenz vorgestellt.
Das Schreiben mit dem Titel "Magnifica humanitas. Über den Schutz des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz", war lange erwartet worden. Leo XIV. unterzeichnete es bereits zehn Tage vor der offiziellen Vorstellung, am 15. Mai. Damit steht das Dokument in Tradition mit der ersten großangelegten Sozialenzyklika von Papst Leo XIII., die vor 135 Jahren, am 15. Mai 1891, mit dem Titel "Rerum novarum" veröffentlicht worden war. Damals setzte sich die katholische Kirche erstmals systematisch mit der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts und deren Folgen für Gesellschaft und Moral auseinander.
Kurienvertreter und Fachleute für KI und Ethik
Neben dem Papst werden weitere hochrangige Kurienvertreter bei der Präsentation in der vatikanischen Syodenaula sprechen: Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, Glaubenspräfekt Kardinal Víctor Manuel Fernández und der Leiter der päpstlichen Entwicklungsbehörde, Kardinal Michael Czerny.
Zudem hat der Vatikan Fachleute für KI und Ethik geladen: Der Kanadier Christopher Olah ist Mitbegründer des US-amerikanischen KI-Unternehmens Anthropic. Als Forschungsleiter für die Interpretierbarkeit künstlicher neuronaler Netze ist er maßgeblich an der Entwicklung der Sprachmodelle namens Claude beteiligt. Vorstellen werden das Dokument zudem die britische Theologin Anna Rowlands, Professorin für die katholische Soziallehre, sowie die kongolesische Theologin Leocadie Lushombo, die zu christlicher Ethik forscht.
Quelle: kathpress