
Schönborn: Papst geht es um klare Spielregeln für KI
Auf die vielen offenen Fragen, welche der Einzug der Künstlichen Intelligenz (KI) in den Alltag aufwirft, macht Kardinal Christoph Schönborn in seiner Freitags-Kolumne der Tageszeitung "Heute" aufmerksam. "Die künstliche Intelligenz verändert unser Leben. Das hat Papst Leo diese Woche deutlich gemacht", würdigte er die am Montag veröffentlichte 120-seitige Enzyklika "Magnifica humanitas". Der Pontifex verfolge mit seinem ersten Lehrschreiben ein spezielles Anliegen: "Es braucht klare Spielregeln, damit die KI dem friedlichen Zusammenleben aller Menschen dienen kann. Darum geht es Papst Leo", so Schönborn.
Wie der Kardinal ausführte, vergleiche die Enzyklika den Wandel durch KI mit der industriellen Revolution: "Waren konnten viel schneller und günstiger produziert und weltweit verschickt werden. Davon profitierten vor allem die wenigen Fabrikbesitzer, die immer reicher wurden. Für die unzähligen Arbeiter jedoch verschlechterten sich die Arbeitsbedingungen dramatisch, die Umwelt litt."
Ähnlich bringe auch die KI Fortschritt und sei ein wertvolles Hilfsmittel. "Sie begleitet uns, oft ungefragt, im Alltag, am Handy, in der Arbeitswelt, in der Forschung", stellte Schönborn fest. Nicht ausblenden dürfe man jedoch die vielen ungelösten Aspekte: "Wem kommt sie letztlich zugute? Haben auch die Schwachen in unserer Gesellschaft, die Menschen in armen Ländern einen Nutzen von ihr? Oder verdienen daran vor allem wenige Superreiche und Tech-Konzerne? Wer beschränkt die enorme Macht derer, die die KI steuern? Wer denkt an den riesigen Ressourcen-Verbrauch der KI?" Antworten darauf zu finden, darum sei es dem Papst gegangen.
Quelle: kathpress