
Heimisches Hilfswerk: Unvorstellbare humanitäre Zustände in Gaza
Das Linzer Hilfswerk "Initiative Christlicher Orient" (ICO) hat auf die dramatischen Zustände in Gaza aufmerksam gemacht. Über die Partnerorganisation Caritas Jerusalem gelingt es der ICO noch von Zeit zu Zeit, Milchpulver für Babys und Kleinkinder, Nahrungsmittel und Hygieneartikel zu den Menschen zu bringen. Die Lebensbedingungen in Gaza seien aber unvorstellbar, wie Berichte der Helfer der Caritas Jerusalem vor Ort zeigen würden. Ärzte würden den Ausbruch von schlimmen Krankheiten befürchten, ja sogar von der Pest sei die Rede. Neben einem Mangel an Nahrungsmitteln gebe es inzwischen auch viel zu wenig sauberes Trinkwasser. Mit verheerenden Folgen vor allem auch für die Kinder.
Die Kinder in den Zeltlagern wachten mitten in der Nacht schreiend auf, weil Ratten sie in Finger und Zehen beißen, während sie neben Müllbergen und Abwasser schlafen, zitierte die ICO Harout Bedrossian, den stellvertretenden Generalsekretär der Caritas Jerusalem: "Berge von nicht abgeholtem Müll und Schutt bedecken ganze Stadtviertel und bieten ideale Brutstätten für Insekten, Ratten und Krankheitserreger. Fliegen schwärmen durch die Zelte und übertragen Hepatitis A und schwere Durchfallerkrankungen. Ratten und Mäuse verbreiten tödliche Infektionen durch Bisse, Urin, Speichel, Flöhe und Kot."
Auch die Wasser-Infrastruktur liege völlig darnieder. Leitungen, Brunnen oder Entsalzungsanlagen seien weitgehend zerstört. Die Menschen müssten weite Wege zurücklegen, um überhaupt noch an Trinkwasser zu gelangen, so Bedrossian. Das zur Verfügung stehende Wasser sei oft nicht wirklich genießbar, die Menschen hätten aber keine Alternativen und die gesundheitlichen Folgen bereits sichtbar. Hilfsorganisationen, darunter auch die Ärzte der Caritas Jerusalem vor Ort, würden von einem Anstieg von Durchfallerkrankungen und Hepatitis A berichten, insbesondere unter vertriebenen Familien, die in überfüllten Unterkünften mit unzureichenden sanitären Einrichtungen leben.
(Infos und Spenden: www.christlicher-orient.at)
Quelle: kathpress