
Friedenspilgerweg "Peacewalk 2026" führt quer durch Österreich
Ein internationaler Friedenspilgerweg von Spanien nach Jerusalem macht in diesem Sommer auch in Österreich Station. Der sogenannte "Peacewalk 2026" führt von 25. Juni bis 13. August quer durch das Land und verbindet Wandern, Friedensarbeit und gesellschaftlichen Dialog. Die österreichische Etappe umfasst rund 850 Kilometer von Vorarlberg bis zur ungarischen Grenze und ist Teil einer insgesamt 8.500 Kilometer langen Route ("Jerusalemweg") von Finisterre im Nordwesten Spaniens bis zum Ziel Jerusalem, das im Mai 2027 erreicht werden soll.
Nach Angaben der Organisatoren haben sich bereits mehr als 1.000 Menschen aus 19 Ländern für einzelne oder mehrere Abschnitte angemeldet. Der Peacewalk sei ein Zeichen internationaler Solidarität und eine Einladung, Frieden nicht nur politisch zu fordern, sondern im persönlichen Miteinander einzuüben, hieß es in einer Aussendung vom Montag.
Koordiniert wird die Österreich-Etappe vom Wiener Verein Civil Action Network (CAN), der sich für die Stärkung der Zivilgesellschaft einsetzt. Nach dem Grenzübertritt aus der Schweiz bei Meiningen in Vorarlberg am 25. Juni führt der Weg unter anderem nach Innsbruck (4. bis 6. Juli), Salzburg (14. bis 16. Juli), Linz und zur KZ-Gedenkstätte Mauthausen (24. bis 27. Juli) sowie nach Wien (6. bis 9. August). Neben den täglichen Wanderungen umfasst das Programm Filmvorführungen, Podiumsdiskussionen, Workshops und Begegnungsveranstaltungen. Besonderes Augenmerk legen die Organisatoren auf Friedensdialoge an den ehemaligen Konzentrationslager-Gedenkstätten Mauthausen und Melk.
Zentrale Figuren der Initiative sind auch der Israeli Maoz Inon und der Palästinenser Aziz Abu Sarah. Beide verloren nahe Angehörige im Nahostkonflikt und engagieren sich heute gemeinsam für Versöhnung und gewaltfreie Konfliktlösung. Der Peacewalk sammelt zudem Spenden für Friedensinitiativen wie Women Wage Peace, Combatants for Peace und Parents Circle. Initiiert wurde das Projekt vom niederländischen Theologen Rikko Voorberg; zu den Unterstützern zählen unter anderem die südafrikanische Friedensaktivistin Mpho Tutu und der frühere UNO-Diplomat Jan Pronk.
Bereits vor Beginn der österreichischen Hauptetappe finden in Oberösterreich regionale Teilstrecken statt. So führte Anfang Juni eine rund 13 Kilometer lange Friedenswanderung von Laussa nach St. Ulrich bei Steyr, weitere sind für Samstag, 20. Juni vom Stift Gleink nach Stift St. Florian sowie am Samstag, 27. Juni von Asten über Mauthausen nach Enns und schließlich wieder nach Asten geplant. Der öffentliche Grenzübertritt in Vorarlberg am 25. Juni wird mit dem gemeinsamen Ritual der Übergabe des Pilgerstabes an die österreichische Gruppe sowie mit Friedensliedern begangen.
Quelle: Kathpress