
Auszeichnung für Mediziner und Theologen Johannes Huber
Der Wiener Arzt und Theologe Prof. Johannes Huber wird für sein "mutiges wissenschaftliches Engagement" mit dem Thomas-Morus-Preis ausgezeichnet, wie es in einer Vorankündigung heißt. Die Verleihung findet im Rahmen eines Festaktes am Freitag, 12. Juni, um 18 Uhr im Kaisersaal des Stiftes Heiligenkreuz statt. Der Preis wird vom Alten Orden von St. Georg an Personen vergeben, "die im öffentlichen Leben kompromisslos ihr Bekenntnis zur christlichen Werteordnung bezeugt haben und ihrem christlichen Gewissen gefolgt sind", wie es heißt.
Durch die umfassende Aufarbeitung theologischer und medizinischer Fakten, bis hin zur epigenetischen Prägung menschlichen Verhaltens, habe Huber die christlich-ethischen Werte naturwissenschaftlich zu begründen versucht. Die Wichtigkeit der Familie und deren Schutz habe er dabei in den Vordergrund gestellt. Wie sein Mentor, der legendäre Wiener Kardinal Franz König, habe sich Huber seit Jahrzehnten um einen Brückenschlag zwischen Naturwissenschaften und Theologie bemüht.
Die Laudatio für Prof. Huber, der am 31. Mai seinen 80. Geburtstag feierte, wird der Medizinethiker Prof. Matthias Beck halten.
Mediziner und Sekretär Kardinal Königs
Johannes Huber wurde am 31. Mai 1946 in Bruck an der Leitha geboren, studierte in Wien Theologie und Medizin und war von 1973 bis 1983 Sekretär von Kardinal Franz König (1905-2004). 1985 habilitierte er an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien. Von 1992 bis 2011 war er Leiter der klinischen Abteilung für gynäkologische Endokrinologie im Wiener AKH. Zu seinen wissenschaftlichen Schwerpunkten gehören die Frauen- und Altersforschung. Bis 2007 leitete er die Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt.
Immer wieder sorgte Huber mit seinen Büchern für Aufsehen. 2008 verfasste er etwa zusammen mit dem Physiker Walter Thirring das Buch "Baupläne der Schöpfung - Hat die Welt einen Baumeister?". Und auch in seinen Büchern "Es existiert - Die Wissenschaft entdeckt das Unsichtbare" (2016), "Der holistische Mensch - Wir sind mehr als die Summe unserer Organe" (2017) und "Woher wir kommen. Wer wir sind. Wohin wir gehen: Die Erforschung der Ewigkeit" (2018) plädierte er dafür, dass Naturwissenschaften und Theologie keine Gegensätze sind.
Im Band "Das Gesetz des Ausgleichs" (2020) brachte Huber eine Reihe von Argumenten dafür, dass gute Menschen auch gesünder und länger leben. 2021 erschien zum gleichen Thema "Die Kunst des richtigen Maßes". Weitere Bücher folgten im Jahrestakt. Mit seinem Werk "Der Seelenheiler" (2025) versuchte sich Huber auch als Romanautor, begab sich auf eine Spurensuche nach dem jungen Jesus und zeichnete den Weg zum bedeutendsten Heiler aller Zeiten nach.
Huber wurde für sein Wirken vielfach ausgezeichnet, etwa mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (2006), der Opilio-Rossi-Medaille der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (2019), dem Goldenen Doktordiplom der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien (2024) oder dem "MenopausenAward" (2024).
Quelle: Kathpress