
Tirol: 102.000 Menschen leben an bzw. unter der Armutsgrenze
In Tirol leben aktuell knapp 102.000 Menschen an bzw. unter der Armutsgrenze. - Diese Zahl nannte die Tiroler Caritasdirektorin Elisabeth Rathgeb am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Lienz. "Die anhaltende Teuerung, steigende Energiepreise und Lebenserhaltungskosten, treffen und fordern viele", so Rathgeb: "Wir als Caritas versuchen mit den Angeboten wie zum Beispiel der Sozialberatung und der Familienhilfe Entlastung zu schaffen."
Gertraud Holzer, Bereichsleiterin der Caritas in Osttirol, berichtete über die regionalen Angebote und Hilfeleistungen. Die Sozialberatung unterstütze mit individueller Beratung, finanziellen Soforthilfen und konkreten Lösungsansätzen. Insgesamt seien im vergangenen Jahr mehr als 650 Beratungen durchgeführt worden. Laut Holzer ein Zeichen dafür, dass die Hilfe weiterhin dringend gebraucht wird. Betroffen seien in erster Linie Menschen mit geringem Einkommen, längerer Arbeitslosigkeit und/oder Krankheit. Für Menschen, die sich keine finanziellen Ersparnisse schaffen konnten, entstehe zudem schnell eine prekäre Situation, wenn Unvorhergesehenes eintritt.
Die Familienhilfe unterstütze Familien direkt in ihrem Alltag - etwa bei Überlastung, Krankheit oder rund um die Geburt eines Kindes. Die hohe Nachfrage zeige, so Holzer, wie wichtig dieses Angebot für die Region sei. Mehr als 2.800 Einsatzstunden leisteten die Mitarbeiterinnen der Familienhilfe in Osttirol im vergangenen Jahr. Eine Auswertung zeigt, dass akute psychische und physische Überlastungssituationen wie Überforderung, schwere Erkrankungen, Schwangerschaft und Entbindung sowie psychische Erkrankungen, mit 80 Prozent den weitaus größten Teil der Einsätze ausmachen.
Auch die weiteren Angebote der Caritas in Osttirol würden sich eines großen Zulaufs erfreuen, wurde bei der Pressekonferenz mitgeteilt. Die Teestube Lienz, ein Kooperationsangebot von Caritas, Franziskanerkloster und Dekanat Lienz, besuchten in den vergangenen sieben Monaten demnach 1.540 Personen. Die Stube ist immer von Mitte Oktober bis Mitte Mai geöffnet und bietet die Möglichkeit, sich aufzuwärmen, ein Getränk, eine Jause oder eine warme Klostersuppe zu bekommen und Kontakte zu pflegen. Knapp 970 Stunden haben die aktuell insgesamt 38 Ehrenamtlichen in der Stube geleistet, die sich im Franziskanerkloster in Lienz befindet.
Auch die youngCaritas war im vergangenen Jahr in Osttirol präsent: Es fanden insgesamt 22 Workshops statt, an denen knapp 490 Schülerinnen und Schüler teilgenommen haben. 2026 fanden bisher bereits acht Workshops statt.
Im Rahmen der Caritas-Haussammlung engagierten sich im vergangenen März 168 Freiwillige als Haussammlerinnen und -sammler. Bei der Aktion "Coffee to help" sammelten Jugendliche im April in Kooperation mit "Spar" rund 4.000 Euro für die Region, in dem sie Kaffee für den guten Zweck ausschenkten. An der Aktion waren ca. 70 Jugendliche beteiligt, wie es hieß.
(Website Caritas Tirol: www.caritas-tirol.at)
Quelle: kathpress