
Jungschar: Kinderschutz auf Ferienlagern gesetzlich verankern
Mehrere Kinder- und Jugendorganisationen sowie die Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs fordern eine gesetzliche Verpflichtung zu Kinderschutzkonzepten für Ferienlager und andere mehrtägige Angebote mit Übernachtung. "Kinder haben ein Recht auf Schutz vor Gewalt - auch und besonders bei Ferienlagern", erklärte die Bundesvorsitzende der Katholischen Jungschar Österreichs, Martina Erlacher, am Donnerstag in einer Aussendung. Damit Kinderschutzmaßnahmen flächendeckend umgesetzt werden könnten, brauche es "klare gesetzliche Rahmenbedingungen durch die Bundesregierung", betonte Erlacher. Nötig seien u.a. verpflichtende Kinderschutzkonzepte für alle Anbieter von Ferienlagern und Camps, die Bekanntgabe von Kinderschutzbeauftragten und externen Beschwerdestellen sowie Qualitätssicherung.
Aktuell ist der Gewaltschutz von Kindern im Bundesverfassungsgesetz verankert, weshalb es in der Verantwortung der politischen Entscheidungstragenden liege, die notwendigen Ressourcen und Strukturen zur Verfügung zu stellen, hieß es. "Als Kinder- und Jugendorganisationen übernehmen wir unseren Teil der Verantwortung", meinte Erlacher. Besondere Aufmerksamkeit sei bei Ferienlagern erforderlich, da Kinder dort mehrere Tage in einer ungewohnten Umgebung und meist ohne ihre Eltern oder vertraute Bezugspersonen verbringen.
Zu den unterzeichnenden Organisationen gehören neben der Jungschar unter anderem die Evangelische Jugend, die Alpenvereinsjugend, der Bund der Baptistengemeinden, die Freikirchen in Österreich, das Kinder- und Jugendwerk der Baptisten, die Kinderfreunde, die Naturfreundejugend sowie die Pfadfinder und die Roten Falken Österreich.
Die Katholische Jungschar arbeitet laut eigenen Angaben laufend an qualitätsvollen Schutzkonzepten für Jungscharlager, schult ehrenamtlich Engagierte und stärkt Kinder und Jugendliche durch Mitgestaltung und Teilhabe. Als Beispiel dafür wird das bundesweite Jungscharlager Kaleidio genannt, wo ein Kinderschutzteam rund um die Uhr für Kinder und Gruppenleiter erreichbar ist. Zusätzlich sind alle Mitwirkenden zum Thema Kinderschutz geschult, und auch "Partizipation und Mitbestimmung werden aktiv gefördert", so die Jungschar.
Empfohlene Maßnahmen
Die Kinder- und Jugendorganisationen empfehlen mit Unterstützung der Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs, die das Bekenntnis zu verpflichtenden Kinderschutzkonzepten fördern, Maßnahmen, wie die gesetzliche Verankerung von Kinderschutzkonzepten bei Ferienlagern, Camps und anderen Angeboten mit Übernachtung für Kinder und Jugendliche. Weiters sei eine verpflichtende Bekanntgabe der kinderschutzbeauftragten Person des Veranstalters sowie externer Beschwerdestellen an alle Teilnehmenden, Eltern und mitarbeitenden Personen nötig. Nötig sei auch der Ausbau der Qualitätssicherung im Kinderschutz und eine bessere Vernetzung im Bereich Kinderschutz.
Zudem sprechen sich die Organisationen für einen erleichterten Zugang zur erweiterten Strafregisterbescheinigung Kinder- und Jugendfürsorge über das Digitale Amt aus.
Kinderrechte ernst nehmen
"Kinder haben ein Recht darauf, gut geschützt aufzuwachsen - auch in ihrer Freizeit", so Erlacher. Und weiter: "Ferienlager sollen Orte sein, an denen Kinder Gemeinschaft, Freude und Sicherheit erleben. Genau dafür setzen wir uns als Katholische Jungschar gemeinsam mit vielen anderen Kinder- und Jugendorganisationen ein. Denn Kinderschutz sicherzustellen heißt, Kinderrechte ernst zu nehmen."
(Infos: www.jungschar.at/ferienlager/kinderschutz-am-ferienlager; www.jungschar.at/kinderschutz)
Quelle: kathpress