
Caritas OÖ: 75 Jahre Mobile Dienste an der Seite von Familien
Die Caritas Oberösterreich feiert das 75-jährige Bestehen ihrer Familienhilfe. Seit ihrer Einführung im Jahr 1951 begleiten die Mobilen Dienste der Hilfsorganisation Familien in belastenden Lebenssituationen. Begannen die Mobilen Dienste einst mit zwei Mitarbeiterinnen, sorgen heute rund 170 Familienhelferinnen und -helfer jährlich für bis zu 900 Familien. Sie unterstützen Eltern und Kinder unter anderem bei Erkrankungen, nach Unfällen oder in anderen Krisensituationen, um den Familienalltag aufrechtzuerhalten und Kindern den Verbleib in ihrem vertrauten Umfeld zu ermöglichen, wie die Hilfsorganisation in einer Aussendung am Montag mitteilte.
Bischof Manfred Scheuer würdigte die Familienhilfe als "unverzichtbaren Ausdruck gelebter christlicher Nächstenliebe". "Dort helfen, wo es gerade nottut - das ist ein Kernauftrag der Kirche und der Caritas. Es sind oft unvorhersehbare Umstände, die eine schwierige Lebenssituation verursachen - auch Familien machen diese Erfahrung", erklärte Scheuer bei der kürzlich stattgefundenen Jubiläumsfeier. Sozial-Landesrat Christian Dörfel betonte: "'Überbrücken - Brücken bauen' beschreibt treffend, was die Mobilen Familiendienste seit 75 Jahren leisten: Sie helfen Familien, schwierige Zeiten zu überbrücken, und bauen Brücken zu neuer Stabilität."
Leistbare Hilfe
"Damit die Hilfen rechtzeitig genutzt werden können, müssen sie für Familien gut erreichbar und leistbar sein", verwies Caritas-Vorstand Martin Gruber auf den großen Meilenstein der Anerkennung der Dienstleistung durch das Land Oberösterreich im Jahr 1973. Die Kosten werden seither teilweise vom Land Oberösterreich getragen, die Eigenbeiträge sind sozial gestaffelt und beginnen bei fünf Euro pro Stunde. "Dass dies in Oberösterreich möglich ist, trägt wesentlich dazu bei, dass Kinder und Eltern auch in schwierigen Zeiten die Unterstützung erhalten, die sie brauchen", so Gruber.
Während in den Anfangsjahren vor allem die Versorgung kinderreicher Familien im Mittelpunkt stand, hätten sich die Herausforderungen laut Caritas mittlerweile deutlich verändert. Heute führten unter anderem die Berufstätigkeit beider Elternteile, fehlende familiäre Netzwerke, Alleinerziehung sowie akute oder chronische Erkrankungen zu Unterstützungsbedarf. Zunehmend spielten auch psychische Belastungen wie Burnout oder Depressionen eine Rolle. Die Familienhelferinnen unterstützten Betroffene im Alltag und begleiteten sie dabei, langfristig tragfähige Strukturen zu entwickeln. (Info: www.mobiledienste.or.at)
Quelle: kathpress