
Spendenplus: "Kirche in Not" finanziert weltweit über 5.300 Projekte
Das weltweite katholische Hilfswerk "Kirche in Not" (ACN) hat im Geschäftsjahr 2025 Spenden in Höhe von insgesamt 145,8 Millionen Euro verbucht. Dies entspricht einem Plus von rund fünf Prozent im Vorjahresvergleich und sei Ausdruck einer "wachsenden Solidarität mit bedrängten Christen", teilte die Päpstliche Stiftung am Montag mit. Mit den Mitteln wurden insgesamt 5.368 Hilfsprojekte in 141 Ländern finanziert. Zu den am stärksten unterstützten Ländern zählten Indien, die Ukraine, der Libanon und Syrien. In diesen Regionen floss der Großteil der Nothilfe in die Bewältigung der Folgen anhaltender bewaffneter Konflikte, hieß es.
Regional lag der Schwerpunkt der Projektförderung erneut in Afrika, das 34,5 Prozent der weltweiten Hilfen erhielt. Gründe hierfür seien unter anderem die Ausbreitung islamistischer Gewalt, Fluchtbewegungen und das starke Wachstum kirchlicher Gemeinschaften. Besonders intensiv unterstützte "Kirche in Not", das sich rein aus privaten Spenden finanziert, Länder wie Burkina Faso, Niger und Mali. 19,1 Prozent der Hilfe ging an die Kirche in Asien, 17,1 Prozent erhielt der Nahe Osten, Lateinamerika 16,4 Prozent und 12,8 Prozent Europa - hier gingen die Hilfen zum allergrößten Teil in die Ukraine.
Großzügige Spenden aus Österreich
Einen wesentlichen Anteil am Gesamtergebnis trugen die Unterstützer in Österreich trotz anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheiten bei, so der Nationaldirektor von "Kirche in Not" Österreich, Tobias Pechmann. Hier stiegen die Spenden im Jahr 2025 auf 4,1 Millionen Euro (2024: 3,6 Millionen Euro). "Wir sehen darin eine starke Solidarität mit den Teilen der Weltkirche, die trotz Armut oder Verfolgung wachsen." Für viele Menschen in Krisengebieten bleibe die Kirche die letzte verlässliche Struktur, betonte die Geschäftsführende Präsidentin von "Kirche in Not", Regina Lynch: "Unsere Wohltäter machen konkrete Hilfe für die Kirche dort möglich, wo Menschen unter Krieg, Verfolgung, Armut oder gesellschaftlicher Ausgrenzung leiden."
Auch die Zahl der Messstipendien - freiwillige Gaben für die Feier der heiligen Messe, oft verbunden mit einem bestimmten Anliegen - ist laut Angaben des Hilfswerks so hoch wie noch nie. Im vergangenen Jahr profitierten weltweit über 40.000 Priester von dieser Unterstützung, statistisch gesehen etwa jeder zehnte Priester weltweit. Insgesamt wurden fast 1,9 Millionen Messstipendien vergeben. Gerade in Ländern, in denen Priester wenig oder gar keinen Lohn erhielten, seien diese Beiträge lebenswichtig, hieß es.
Darüber hinaus sicherte das Hilfswerk die Ausbildung von über 13.000 Seminaristen bzw. jeder achte Priesteramtskandidat weltweit und unterstützte rund 20.000 Ordensschwestern. Diese profitierten direkt oder indirekt von Projekten des Hilfswerks, etwa durch Ausbildungsförderung, Hilfe zum Lebensunterhalt oder Bau- und Infrastrukturmaßnahmen.
111.000 Bibeln
Neben pastoralen Projekten finanzierte "Kirche in Not" weltweit den Bau und die Renovierung kirchlicher Einrichtungen, die Ausbildung von Katecheten sowie die Verteilung religiöser Literatur. Insgesamt wurden über eine halbe Million religiöse Bücher bereitgestellt, darunter mehr als 111.000 Bibeln sowie über 214.000 Ausgaben des Jugendkatechismus YOUCAT.
Laut aktuellem Finanzbericht flossen 78,7 Prozent der Gesamtausgaben direkt in missionsbezogene Aktivitäten, Projektarbeit und die Interessenvertretung für verfolgte Christen. Die Verwaltung schlug mit 8,5 Prozent zu Buche, während auf Fundraising und Wohltäterbetreuung 12,8 Prozent entfielen.
"Kirche in Not" (ACN) ist eine katholische Hilfsorganisation, die 1947 als Solidaritätsaktion für Vertriebene gegründet wurde. Seit 2011 ist sie eine Päpstliche Stiftung. "Kirche in Not" widmet sich nach eigenen Angaben durch Information, Gebet und Hilfe Christen überall dort, wo Unterdrückung und Verfolgung herrschen oder zu wenig Geld für die Seelsorge vorhanden ist. Spenden werden in den 24 Nationalbüros des Hilfswerks gesammelt. (Infos: www.kircheinnot.at)
Quelle: kathpress