
Dompfarre Eisenstadt ordnet sich neu
Eine ganze Reihe an personellen Veränderungen und eine Neuaufstellung der Dompfarre hat die Diözese Eisenstadt bekanntgegeben. Mit Ende August verlassen die Kalasantiner-Kongregation und die Gemeinschaft der Schwestern der Jüngersuche die Dompfarre, deren Seelsorge sie in den vergangenen zwölf Jahren verantworteten. Dom- und Stadtpfarrer Achim Bayer übergibt sein Amt an Norbert Filipitsch, u. a. Jugendseelsorger und seit 14 Jahren Direktor der Päpstlichen Missionswerke der Diözese Eisenstadt. Der Koordinator der Steuerungsgruppe für Synodalität will Christus in die Mitte stellen und Räume schaffen, um Jesus zu begegnen - "im Wort Gottes, in der Eucharistie, aber auch außerhalb der Kirchenmauern", wie Filipitsch im Kathpress-Interview am Dienstag erklärte.
Für Filipitsch, bisher Pfarrer in Pinkafeld, ist es eine Rückkehr in die Dompfarre, wo er vor 28 Jahren als Kaplan arbeitete. Seither habe sich viel verändert. "Eine Herausforderung wird sein, wieder Zugang zu den Menschen vor Ort und Anschluss zu finden, denn es sind bald zwei Generationen, die hier neu hinzugekommen sind", so der Priester, der auch Diözesanseelsorger der Katholischen ArbeitnehmerInnen-Bewegung (KAB) ist. Wenn junge Familien und Menschen nicht immer in der Kirche "fündig werden", so müsse die Kirche auch hinausgehen und dort sein, wo die Menschen sind, so sein Credo. Auch Jesus sei Menschen dort begegnet, wo sie leben. "Das ist genau meins. Mich trifft man in der Fußgängerzone genauso wie im Kaffeehaus, wenngleich dafür nicht viel Zeit bleiben wird. Seelsorge beschränkt sich nicht nur auf das Pfarramt", sagte der neue Dompfarrer.
Bewegung und Begegnung
Er setze daher auf Bewegung und Begegnung, fuhr Filipitsch fort. "Wenn ich davon spreche, Räume öffnen zu wollen, dann kann ich nicht darauf warten, dass die Menschen zu mir kommen, sondern muss in Eisenstadt mit Christus und seinem Evangelium unterwegs sein." Ab Herbst wolle er auch die Volksschule besuchen, mit den Erstkommunionkindern sprechen und Kontakt zu den Familien aufbauen, sagte der Seelsorger, der selbst als Religionslehrer in der Mittelschule und der Schule für Sozialberufe (SOB) in Pinkafeld arbeitet.
"Bewegung und Begegnung gehören zusammen, denn wenn jeder bleibt, wo er ist, herrscht Stillstand und eine Verwaltung der Starrheit." Im Umkehrschluss bedeute das nicht, alles verändern zu wollen, "denn dann verliere ich meine Wurzeln. Es braucht das Fundament Christus, auf dem ich aufbaue, und dort ist Bewegung und Begegnung, da ist das Leben und Lebendigkeit, betonte Filipitsch.
Kalasantiner lösen Niederlassung auf
P. Achim Bayer bleibt wegen einer schulischen Verpflichtung bis zum 7. Feber 2027 an der Dom- und Stadtpfarre Eisenstadt und wird als Pfarrvikar seelsorglich mitarbeiten, teilte die Diözese Eisenstadt mit. Aufgrund eines Beschlusses des Generalkapitels der Kalasantiner-Kongregation löst der Orden jedoch die Niederlassung an der Dom- und Stadtpfarre in Eisenstadt auf. Die neben Bayer tätigen Seelsorger Kaplan Matthias Gabriel sowie die beiden pastoralen Mitarbeiter Bernhard Schwarz und Stefan Pöll beenden Ende August im Einvernehmen mit der Diözese Eisenstadt ihren Dienst an der Dom- und Stadtpfarre Eisenstadt und kehren an andere Niederlassungen der Ordensgemeinschaft zurück.
Die Auflösung der jüngsten Ordens-Niederlassung der Gemeinschaft in Eisenstadt geschehe "wegen mangelnder Kräfte, da sich die Ordensgemeinschaft nunmehr auf ihre seit längerer Zeit bestehenden Einsatzgebiete konzentrieren muss", hieß es. Ebenso löst die Partner-Gemeinschaft der Schwestern der Jüngersuche ihre Niederlassung in Eisenstadt mit Ende August auf, und Pfarrhelferin und Seelsorgerin Sr. Eveline Bettstein beendet ihren Dienst.
"Wir blicken dankbar auf das zwölfjährige Wirken in der burgenländischen Hauptstadt zurück", teilte Generalsuperior P. Martin Glechner in einem Schreiben mit. Manche "seelsorgliche Pflanze" habe gesät werden können, "und wir hoffen, dass sich die seelsorglichen Bemühungen sowohl in der Dompfarre als auch darüber hinaus als fruchtbar erweisen", bedankte sich Glechner auch für die gute Aufnahme sowohl seitens der Diözese als auch durch die Menschen in Eisenstadt.
Quelle: kathpress