
Schönborn: Papst lenkt zum US-Jubiläum Blick auf Not der Migranten
Dass Papst Leo XIV. zum 250. Geburtstag der USA am Samstag (4. Juli) nicht in sein Geburtsland, sondern auf die italienische "Flüchtlingsinsel" Lampedusa reist, ist auch aus Sicht von Kardinal Christoph Schönborn ein deutliches Signal. "Der Papst lenkt die Aufmerksamkeit bewusst auf eine Personengruppe, die es in den USA gerade schwer haben, auf die Migranten", erklärte Schönborn in seiner Wochenkolumne in der Zeitung "Heute" am Freitag. Die Botschaft von Leo XIV. sei klar: "Wahre Größe bemisst sich nicht daran, wie viele Kriege geführt werden, sondern wie vielen Menschen geholfen wird. Alle Menschen weltweit bilden eine große Menschheitsfamilie."
Migration sei "eines der drängendsten Zukunftsthemen", so der Kardinal weiter. Kaum ein Mensch verlasse ohne Grund seine Heimat: "Viele fliehen, um zu überleben."
Schönborn erinnerte daran, dass viele Menschen unter ihren Vorfahren Zugewanderte und Migranten haben. Der heute 81-jährige Kardinal war selbst als Kleinkind am Ende des Zweiten Weltkriegs als sudetendeutscher Flüchtling mit seiner Mutter nach Österreich gekommen. "Die USA ist selbst ein Einwanderungsland. Viel verdanken wir den USA, auch in Europa. An dieses Erbe zu erinnern und zugleich die Not der Migranten zu sehen, ist das Anliegen des Papstes", so der emeritierte Wiener Erzbischof.
Quelle: kathpress