
Theologin: Wissen entfaltet seinen Wert dort, wo es Menschen dient
Die Theologie muss Orientierung in einer sich immer schneller verändernden Gesellschaft bieten. Das hat die Linzer Theologin Andrea Taschl-Erber betont. Die Universitätsprofessorin für Bibelwissenschaft war am Wochenende Promotorin bei der Verleihung der akademischen Grade an der Katholischen Privat-Universität Linz. Das erworbene Wissen sei mehr als "Besitz": Es entfalte seinen Wert dort, wo es Menschen diene und Horizonte eröffne, so die Theologin. Und es dürfe sich nicht darin erschöpfen, bloß Daten anzuhäufen oder gebrauchsfertige Anwendungen zu liefern. Gefordert sei heute insbesondere Sprach- und Reflexionskompetenz - "und die Bereitschaft, sich auch den großen Fragen zu stellen: nach dem guten Leben, nach Würde und Verantwortung des Menschen, nach Gott", unterstrich Taschl-Erber.
Dem philosophischen und theologischen Denken gehe es dabei nicht um schnelle Antworten, sondern um die wichtigen kritischen Fragen, die Orientierung in herausfordernden Transformationsprozessen ermöglichen. Und es stelle diese Fragen im Bewusstsein, "dass unsere Einsichten fragmentarisch sind - in der Tradition der sokratischen Weisheitsliebe, Dingen auf den Grund zu gehen, allzu einfache Antworten zu hinterfragen und auch Ambiguitäten auszuhalten".
Im Sommersemester 2026 haben zwölf Studierende der Fakultät für Theologie sowie der Fakultät für Philosophie und für Kunstwissenschaft ihr Studium beendet und einen Abschluss erworben. Wie Rektor Michael Fuchs bei der Abschlussfeier sagte, sei lebenslanges Lernen mehr als ein Schlagwort, es sei eine Notwendigkeit.
In diesem Sinne verstehe man an der Katholischen Privat-Universität Linz die Feier der Abschlüsse nicht als einen Endpunkt, sondern als stets neue Selbstvergewisserung über Ziel und Auftrag einer Universität: So sei die Würdigung von Studienleistungen immer auch eine Bewusstmachung, dass Fragen und Forschen zur Entwicklung von Wissenschaft, Gesellschaft und Kirche beitragen sollen - "und dass unsere Absolventinnen und Absolventen der Fachbereiche Theologie, Philosophie und Kunstwissenschaft hierbei eine aktive Rolle einnehmen.
Quelle: kathpress