
Amstetten: Klosterschulen der Franziskanerinnen feierten 150 Jahre
Rund 650 Schülerinnen und Schüler haben gemeinsam mit Lehrkräften, Eltern und zahlreichen Ehrengästen das 150-Jahr-Jubiläum der Schulen der Amstettner Franziskanerinnen gefeiert. Höhepunkt war ein Festgottesdienst im Schulpark, dem sogenannten "Freiluftdom". Hauptzelebrant war der St. Pöltner Bischof Alois Schwarz. Generaloberin Sr. Franziska Bruckner erinnerte vergangene Woche an die lange Bildungs- und Ordensgeschichte des Standorts sowie an die bleibende Bedeutung der franziskanischen Werte, wie "kirche bunt" in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet.
Die Wurzeln der Amstettner Niederlassung reichen ins Jahr 1876 zurück. Damals wurde mit Zustimmung des damaligen St. Pöltner Bischofs Matthäus Binder ein Kloster mit Schule, Kindergarten und Internat errichtet. Ermöglicht wurde die Gründung unter anderem durch den Bauern Johann Datzberger sowie Kaiserin Karolina Augusta, die den Bau sowie den Lebensunterhalt der Schwestern finanzierten. Bereits am Osterdienstag 1876 bezogen die ersten vier Schwestern das neu errichtete Kloster.
In den folgenden Jahrzehnten wurde das Bildungsangebot kontinuierlich erweitert: 1893 entstand die Bürgerschule, die heutige Mittelschule, 1923 die Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen und nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1948, die Wirtschaftsschulen. Besonders Mädchen und Kindern aus sozial benachteiligten Familien eröffneten die Franziskanerinnen damit Bildungs- und Berufschancen. "Es sind bewegte Jahrzehnte mit unterschiedlichen Zweigen und Ausbildungsschwerpunkten, sodass wir uns heute über eine große Schulgemeinschaft freuen", so Bruckner.
Heute gehören zur Schulgemeinschaft ein Kindergarten, Volksschulen, eine Mittelschule sowie berufsbildende Schulen mit Schwerpunkten unter anderem in der Elementarpädagogik und Medienkompetenz. Träger ist der Verein für Franziskanische Bildung. Seit dem vergangenen Jahr unterrichtet keine Franziskanerin mehr an den Schulen. Der franziskanische Geist, die Vermittlung christlicher Werte sowie Schöpfungsverantwortung und Nachhaltigkeit sollen jedoch auch künftig das Profil der Bildungseinrichtungen prägen, betonten die Festgäste.
Quelle: kathpress