
Caritas Kärnten fordert flächendeckende Wohnungssicherung
Angesichts massiv steigender Wohnkosten und bevorstehender Sparpakete hat die Caritas Kärnten den Aufbau einer flächendeckenden Wohnungssicherungs- und Delogierungspräventionsstelle im Bundesland gefordert: Leistbares Wohnen sei zur zentralen sozialen Frage der Gegenwart geworden, da immer mehr Menschen durch hohe Mieten, Energiekosten und knappe Einkommen existentiell unter Druck geraten. Betroffen seien zunehmend Alleinerziehende, Familien, ältere Menschen und Geringverdiener. Laut Daten der Statistik Austria würden bereits acht Prozent der Haushalte eine Wohnkostenbelastung von über 40 Prozent ihres verfügbaren Einkommens aufweisen, warnte die Hilfsorganisation in einer Aussendung am Donnerstag.
"Eine Wohnung ist mehr als vier Wände. Sie bedeutet Sicherheit, Stabilität und ist die Grundlage für den Arbeitsalltag, das Familienleben und die eigene Existenz. Wer die Miete nicht mehr bezahlen kann, verliert genau diese Sicherheit", erklärte Christian Eile, Armutsexperte und Caritas-Bereichsleiter für Menschen in Not. Für Familien, Kinder, ältere Menschen oder Personen mit geringem Einkommen könne der Verlust der Wohnung die gesamte Lebenssituation destabilisieren. "Wer Menschen erst hilft, wenn sie ihre Wohnung verloren haben, handelt zu spät."
Fokus auf Prävention
Aus Sicht der Caritas Kärnten müsse der politische Fokus auf Prävention liegen, da Kärnten weiterhin zu jenen Bundesländern zähle, in denen es kein ausreichend flächendeckendes Angebot an Fachstellen zur Verhinderung von Wohnungslosigkeit gebe. "Es ist wesentlich günstiger und wirksamer, Wohnungslosigkeit zu verhindern, als ihre Folgen später zu bewältigen", so Eile. "Wer heute in Wohnungssicherung investiert, verhindert morgen höhere Kosten in der Sozialhilfe, im Gesundheitssystem und in der Krisenhilfe."
Konkret fordert die Caritas Kärnten den Aufbau und die Absicherung einer flächendeckenden Wohnungssicherungsstelle sowie professionelle Delogierungsprävention in allen Regionen des Bundeslandes. Nötig seien zudem eine rechtzeitige Unterstützung bei Mietrückständen und drohendem Wohnungsverlust, eine engere Vernetzung von Sozialberatung, Wohnbeihilfe, Gemeinden und Vermietern sowie ein klares politisches Bekenntnis, Wohnungsverlust proaktiv zu verhindern.
Quelle: kathpress