
Katholischer Familienverband begrüßt Hitzeplan an Schulen
Als "prinzipiell positiv" hat der Katholische Familienverband die Pläne von Wiens Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr für einen mehrstufigen schulischen Hitzeschutzplan beurteilt. "Es ist gut, dass das Thema zur Chefsache gemacht wird und ein konkretes Konzept entsteht", erklärte Andrea Kahl, Leiterin des Schularbeitskreises des Verbandes, am Donnerstag in einer Aussendung. Die Organisation hatte eine solche Strategie bereits Anfang Juli eingemahnt und drängt nun auf eine rasche gesetzliche Grundlage, um den Standorten Rechtssicherheit zu garantieren. "Der Hitzegipfel war ein wichtiges Signal. Als nächste Schritte braucht es eine rasche Umsetzung, klare Lösungen und eindeutige Zuständigkeiten, damit Kinder, Eltern und Lehrende entlastet sind."
Besonders die geplante schulautonome Entscheidungsfreiheit ab der zweiten Warnstufe stößt auf Zustimmung. Da sich die baulichen und geografischen Gegebenheiten von Schulen stark unterschieden, seien individuelle Lösungen vor Ort sinnvoll, so Kahl. "Eine Schule am Waldrand hat andere Bedingungen als eine Schule mit Glasfassade im Stadtgebiet." Für die Familien forderte sie jedoch transparente und frühzeitige Informationswege über die jeweils getroffenen Maßnahmen, um die Planbarkeit des Alltags zu gewährleisten.
Kritik an Distance-Learning und Ferienverschiebung
Die angekündigte Priorisierung von 50 Schulprojekten, die mit 400 Millionen Euro durch Jalousien, Nachtlüftung, Klimatisierung und Begrünung hitzefit gemacht werden sollen, bezeichnete die Bildungsexpertin als wichtigen Schritt. Sie mahnte jedoch eine sorgfältige Evaluierung der wirksamsten Maßnahmen ein und forderte, auch die Kindergärten verstärkt in die Konzepte einzubeziehen.
Deutliche Kritik übte der Familienverband an der Überlegung, für Schüler nach der Pflichtschule im Extremfall auf Distance-Learning umzustellen. "Aus der Corona-Zeit wissen wir, dass diese Form des Unterrichts viele Schülerinnen und Schüler, vor allem aus bildungsfernen Haushalten, zurückwirft", gab Kahl zu bedenken, die selbst als Lehrerin unterrichtet. In prekären Wohnsituationen führe das Lernen zu Hause zu keiner Entlastung.
Auch einer Verschiebung der Sommerferien erteilte die Expertin eine Absage: Dies sei aufgrund starrer gesetzlicher Fristen und Stichtage (Notenschlüsse, Semesterferien etc.) im Schulunterrichtsgesetz nicht praktikabel. Zudem böte der August als klassischer "Hundstage"-Monat keine Garantie für kühlere Temperaturen. "Auch wenn die Tage kürzer werden, kann es dennoch - auch in der Nacht - noch sehr heiß sein. Frühere Sommerferien sind für mich daher keine Lösung", sagte Kahl.
Quelle: kathpress