
Bischof Krautwaschl: Welt braucht Miteinander statt Ausgrenzung
Gottes Wort kennt keine Grenzen. Das hat der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl beim Gottesdienst zum zehnten "Tag an der Grenze" in der an der slowenisch-österreichischen Grenze gelegenen Kirche St. Pongratzen (Sv. Pankracija) zum Ausdruck gebracht. "Wir sind Menschen aus unterschiedlichen Staaten und mit verschiedenen Sprachen. In Christus aber sind wir vereint", betonte Krautwaschl bei der Feier mit dem Erzbischof von Maribor (Marburg), Alojzij Cvikl, und Gläubigen aus beiden Ländern am Sonntag. "Bemühen wir uns um das Miteinander, anstatt einander auszugrenzen", sagte der steirische Bischof. Die Welt von heute brauche dieses Zeugnis der Christen und das Verständnis der Gemeinsamkeit umso mehr, als "heute so vieles die Menschen trennt, so vieles mit Macht zu lösen versucht wird".
"Hören wir einander zu, suchen wir in der Begegnung nach dem Willen Gottes und versuchen wir, Gottes Willen in unserem Umfeld wirksam zu machen", rief Krautwaschl die Gläubigen auf. Die Welt solle erkennen, "dass wir Christinnen und Christen sind, denen das Miteinander, das gemeinsame Haus, unsere Schöpfung, unsere Erde wichtig sind", so der Grazer Bischof.
Der traditionelle "Tag an der Grenze" stärke die Verbindung zwischen den beiden Nachbardiözesen, hob Erzbischof Cvikl hervor. Das jährliche Treffen in St. Pongratzen habe sich zu einem Ort der Begegnung und des Knüpfens neuer Freundschaften und zum Ansporn für einen gemeinsamen Weg entwickelt.
Die Erzdiözese Maribor hat starke Bezüge zu Österreich: Das Diözesangebiet gehörte zur 1228 von Salzburg aus gegründeten Diözese Lavant, deren Bischofssitz Marburg 1859 wurde. Erst 1924 wurde der südliche Teil der Diözese aufgrund der Zugehörigkeit zum "Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen" aus der Salzburger Kirchenprovinz gelöst, 1962 von "Lavant" auf "Maribor" umbenannt und 1968 als nunmehr eigene Diözese zunächst der Erzdiözese Ljubljana unterstellt. Seit 2006 ist Maribor eine Erzdiözese.
Cvikl: Enge Bande der Freundschaft
Unter dem Motto "Aus den Wurzeln des Glaubens und der Kultur für künftige Generationen" hat die slowenische Erzdiözese dreijährige Feierlichkeiten zum 800-Jahr-Jubiläum der Diözesangründung begonnen. Die Jubiläumsfeierlichkeiten seien auch eine Gelegenheit, die "Bande der Freundschaft" zwischen der Diözese Graz-Seckau und der Erzdiözese Maribor weiter zu stärken, sagte Erzbischof Cvikl beim "Tag an der Grenze". "Uns verbindet der gemeinsame Glaube und ein Teil des gemeinsamen Wegs, den wir zusammen gegangen sind", sagte Cvikl. Ausdrücklich dankte der Marburger Erzbischof erneut für die Hilfe, die die Diözese Graz-Seckau der Erzdiözese Maribor in Zeiten der Krise geleistet habe.
Anfang der 2010er Jahre war die slowenische Erzdiözese in ein schweres Finanzdebakel geraten. Die wirtschaftliche Sanierung erfolgte unter Mithilfe und in enger Zusammenarbeit mit der Nachbardiözese Graz-Seckau. Diese stellte Ressourcen zur Aufarbeitung und juristischen Beratung zur Verfügung. Gemeinsam mit der Erzdiözese Salzburg und der Diözese Gurk-Klagenfurt gründete die Diözese Graz-Seckau auch eine Stiftung gegründet, mit der man die für die Erzdiözese Maribor die kirchliche Eigentümerstruktur des Bischofshauses und von Gebäuden der Dompfarre sichern konnte.
Quelle: kathpress