
Steirischer Priester startet Hilfseinsatz am Fuße des Kilimandscharo
Der steirische Priester und Pfarrer von Fernitz, Josef Windisch, ist für einen einjährigen pastoralen und sozialen Einsatz nach Kilema in Tansania aufgebrochen. Der langjährige Afrika-Engagierte will in der rund 25.000 Einwohner zählenden Gemeinde am Fuß des Kilimandscharo insbesondere eine Berufsschule sowie ein Krankenhaus unterstützen. "Ich war in den letzten 17 Jahren jährlich dort und habe jedes Mal beim Heimfliegen geweint. Für mich ist das inzwischen wie nach Hause kommen", erklärte Windisch, der sich sowohl in Suaheli als auch in Tschakka, der Sprache des lokalen Volkes, vor Ort unterhalten kann. Für seine Pfarrgemeinde in Fernitz sei sein Abgang ein Verlust, doch bereits mehrere Pfarrmitglieder haben ihre Unterstützung vor Ort angekündigt, teilte die Diözese Graz-Seckau mit.
Im Mittelpunkt des Einsatzes stehen eine Berufsschule mit zwölf Lehrberufen und mehreren Zusatzausbildungen sowie ein Krankenhaus, das vor rund 100 Jahren von Jesuiten gegründet wurde. Windisch möchte dazu beitragen, die Berufsschule wirtschaftlich zu stärken und die medizinische Einrichtung weiter auszustatten. Dafür soll unter anderem ein Container mit ausgemusterten Krankenhausmöbeln der Grazer Elisabethinen nach Tansania geliefert werden. Geburtshilfe ist der Schwerpunkt der Klinik, denn viele afrikanische Frauen würden bei der Geburt sterben, so Windisch.
Was vor Ort noch gebraucht wird, sind Spenden, die über das Projekt "PAPA Bridge" abgewickelt werden. PAPA steht für "Pater Aidam Partnership for Africa", das von seinem Freund und Gastgeber Pater Aidam geführt wird. Von den Spenden profitierten alle Projekte, auch die Wasseraufbereitungsanlage, mit der pro Tag 2.000 Flaschen Trinkwasser abgefüllt werden. "Das gute Wasser hat man nämlich an Konzerne verkauft; ebenso wie das Erdöl und die Ackerflächen", kritisiert der Priester - und ist dankbar für die weiterhin hohe Spendenbereitschaft: "Ich habe in den letzten sechs Monaten mehr als 100.000 Euro zusammenbekommen."
Auch der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl legt große Hoffnung in das Projekt: "Man sagt der Kirche oft einen Niedergang nach. Aber gleichzeitig passiert so viel Gutes im Umfeld der Kirche", verwies er auf den Beitrag der Kirche zur Verbesserung der Lebensbedingungen in der Region. (Infos zum Projekt in Kilema in der Diözese Moshi unter www.papabridge.com)
Quelle: kathpress