
Freistetter: Wehrdienstreform stärkt Sicherheit von Land und Soldaten
Der österreichische Militärbischof Werner Freistetter hat die von der Bundesregierung präsentierte Wehrdienstreform begrüßt. Das beschlossene "6+3"-Modell sowie die Begleitmaßnahmen seien ein "wichtiges Signal für die Sicherheit der Soldaten und die Anerkennung ihres Dienstes", hielt der Militärbischof am Dienstag gegenüber Kathpress fest. "Die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa lässt uns keine Zeit für Verzögerungen. Die Sicherheit unseres Landes und das Wohl jener, die ihren Dienst an der Gemeinschaft leisten, müssen im Mittelpunkt stehen", betonte Freistetter.
Am Montag hatte sich die Bundesregierung auf ein neues Modell für den Grundwehrdienst geeinigt. Nach sechs Monaten Ausbildung gibt es künftig verpflichtende Milizübungen im Ausmaß von drei Monaten. Direkt im Anschluss an den Kern-Grundwehrdienst sollen verpflichtende Truppenübungen stattfinden; innerhalb von zehn Jahren sind nachgelagerte Milizübungen zu absolvieren. Weitere Neuerungen: Die finanzielle Vergütung für Grundwehrdiener wird auf 1.000 Euro pro Monat erhöht, zudem werden Urlaubstage für Grundwehrdiener eingeführt.
Ausdruck der Fürsorgepflicht
Dass sich die Bundesregierung darauf geeinigt habe, den sechsmonatigen Grundwehrdienst beizubehalten und um drei Monate verpflichtende Übungen zu ergänzen, sei ein "wichtiger und praxisnaher Schritt nach vorne", befand der Militärbischof. Eine vertiefte Ausbildung sei eine Frage der Fürsorgepflicht gegenüber unseren jungen Männern, führte der Militärbischof aus und sagte: "Aus der Kriegsgeschichte wissen wir schmerzlich, dass mangelhaft ausgebildete Soldaten im Ernstfall das höchste Risiko tragen. Wer junge Menschen in den Dienst der Landesverteidigung ruft, muss sie so ausbilden, dass sie bestmöglich geschützt und handlungsfähig sind."
Als sehr positiv bewertete der Militärbischof auch die geplante spürbare Anhebung der Besoldung auf 1.000 Euro sowie die Einführung eines Urlaubsanspruchs. "Das ist ein längst überfälliges Zeichen der gesellschaftlichen Wertschätzung für den Einsatz unserer Rekruten."
Im Blick auf die Militärseelsorge betonte der Bischof, dass dabei immer der Mensch im Fokus stehe. Die erweiterte Dienstzeit bringe für die jungen Männer auch neue persönliche und ethische Fragen mit sich. "Genau hier liegt unsere Aufgabe: Die Militärseelsorge wird den Grundwehrdienern weiterhin als unabhängige, vertrauliche Stütze zur Seite stehen und sie durch diesen Lebensabschnitt begleiten. Unsere Seelsorger sind Ansprechpartner, wenn Orientierung gesucht wird, Unruhe entsteht oder der Druck im Dienstalltag belastet."
Derzeit im Spital und "voll amtsfähig"
Der Militärbischof befindet sich derzeit in Wien im Spital. Auslöser dafür ist eine Durchblutungsstörung im Gehirn, die Freistetter am 17. Juni in Salzburg erlitten hatte. "Es handelt sich lediglich um eine motorische Symptomatik und er ist voll amtsfähig", erklärte die Militärdiözese gegenüber Kathpress. Es sei bereits eine "deutliche Besserung feststellbar, sodass begründete Hoffnung auf ein baldiges Verlassen des Krankenhauses und den Antritt einer Rehabilitation besteht, die eine vollständige Genesung erzielen soll".
Quelle: kathpress