
Zsifkovics: Maria zeigt Weg ins "Finale" des Lebens
Mit zahlreichen Vergleichen aus der Welt des Fußballs hat der Eisenstädter Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics den Blick auf das christliche Verständnis von Tod und Ewigkeit gelenkt. Wie es im Fußball ein Finale gebe, kenne auch der christliche Glaube ein "Endspiel", zu dem der Mensch seit seiner Taufe unterwegs sei, sagte Zsifkovics am Samstag in seiner Predigt zum Hochfest Mariä Himmelfahrt bei der Festmesse in der Wallfahrtskirche Loretto (Bezirk Eisenstadt-Umgebung).
Die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel zeige für Katholiken das Ziel des menschlichen Lebens, sagte der Bischof. Maria sei es geschenkt worden, dass sie den Ostersieg Jesu Christi bereits "überspringe" und deshalb mit "Leib und Seele im Finale" stehe. Sie sei deshalb keine "verstaubte Fromme von gestern", sondern eine "große Hoffnung für heute und morgen".
Zsifkovics umschrieb die Taufe als Moment, in dem Menschen von Gott "der Ball zugespielt" werde. Eltern, Paten und Seelsorger nähmen diesen zunächst an und führten Kinder in das Glaubensleben ein. Mit Erstkommunion und Firmung übernähme der Glaubende den Ball dann selbst. Die "Mannschaft Jesu" sei die Gemeinschaft der Kirche; der Bischof regte die Gläubigen zur Selbstprüfung an, wie engagiert sie in dieser heute mitspielten.
Wer das Geschenk Gottes wie Maria annehme, für den müssten Bibel, Gebet, Gottesdienst und die Sakramente - darunter vor allem die Beichte - Bedeutung haben, so Zsifkovics weiter. Zugleich warnte er vor Gleichgültigkeit und einer zunehmenden Distanz zu Glaube und Kirche. Medien, Unterhaltungsindustrie und andere gesellschaftliche Akteure stellten den Glauben mitunter als nicht mehr zeitgemäß oder freiheitsbeschränkend dar. Doch Konzerne, Medienhäuser, Politiker und Herrschaftssysteme kämen und gingen, während Glaube und Kirche Menschen gerade in Krisen Orientierung und Halt geben könnten, sagte der Bischof.
Als weitere Lehre aus dem Leben Mariens nannte Zsifkovics die Verbindung von persönlichem Einsatz und Gemeinschaft. Maria sei bei der Hochzeit von Kana zugleich "Einzelkämpfer und Teamplayer" gewesen. Auch Kirche und Gesellschaft benötigten beides: engagierte Einzelne und das Zusammenspiel mit anderen. Dies entspreche dem Verständnis von Synodalität, wie es auch Papst Leo vertrete. Christen sollten daher keine egoistischen Einzelkämpfer, sondern "aufmerksame, faire, synodale Teamplayer" sein.
Als zentrale Orientierung verwies Zsifkovics schließlich auf den Magnifikat-Hymnus, der bei Gottesdiensten zu Mariä Himmelfahrt - das Kirchenfest am 15. August wird im Volksmund auch als "großer Frauentag" bezeichnet - als Evangelium vorgetragen wird. Ehrfurcht vor Gott, Aufmerksamkeit für die Armen und Schwachen sowie den Blick auf materiell und seelisch Hungernde seien darin enthalten. Ähnlich sollten Christen nicht weltfremd auf den Himmel schauen, sondern müssten Jesus in den Gesichtern ihrer Mitmenschen erkennen und ihnen dienen.
Quelle: kathpress