
Österreich-Beteiligung an geplantem Johannes Paul II.-Pilgerweg
Tourismusstaatssekretärin Elisabeth Zehetner hat mit ihrem polnischen Amtskollegen Ireneusz Ras bei einem Arbeitsgespräch in Wien das geplante europäische Johannes-Paul-II.-Pilgerprojekt zwischen Krakau und Rom diskutiert und die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit ausgelotet. Die von Polen und Italien angestoßene Initiative soll eine Pilgerverbindung zwischen Krakau und Rom schaffen. Österreich wolle sich aktiv in die weitere Entwicklung einbringen und biete sich mit seinem rund 30.000 Kilometer umfassenden Pilgerwegenetz als geografisches und touristisches Bindeglied an, wie es in einer Aussendung des Ministeriums am Freitag hieß.
Zehetner wörtlich: "Österreich verfügt mit rund 100 Pilgerwegen und einem Wegenetz von etwa 30.000 Kilometern über eine starke Basis für nachhaltigen Tourismus." Das internationale Johannes-Paul-II.-Projekt biete die Chance, bestehende Angebote über Ländergrenzen hinweg zu vernetzen, neue Gästegruppen anzusprechen und die beteiligten Regionen international sichtbarer zu machen. Österreich habe großes Interesse, sich mit seiner Erfahrung und seiner vorhandenen Infrastruktur in die weitere Entwicklung einzubringen. Man wolle auf bestehenden Wegen aufbauen und gemeinsam mit Polen und Italien die nächsten Schritte beraten, so die Staatssekretärin.
Polen zählt laut Aussendung zu den Wachstumstreibern des österreichischen Tourismus. 2025 erreichten die Nächtigungen polnischer Gäste mit mehr als 2,8 Millionen und einem Plus von 7,3 Prozent einen historischen Höchstwert. Das Johannes-Paul-II.-Projekt eröffne Österreich die Chance, diese Dynamik für den Kultur-, Natur- und Pilgertourismus zu nutzen und neue Reiseanlässe außerhalb des klassischen Winterurlaubs zu schaffen, hieß es.
Dass Pilgern ein breites Publikum erreicht, zeige Mariazell: Der Wallfahrtsort ziehe jährlich rund 500.000 Besucherinnen und Besucher zwischen Mai und Oktober an. Für die weitere Streckenplanung verwies Österreich auf bestehende internationale Routen wie die Romea Strata als mögliche Anknüpfungspunkte.
Das Johannes-Paul-II.-Projekt orientiert sich konzeptionell am Jakobsweg, auf dem 2025 mehr als 530.000 registrierte Pilgernde Santiago de Compostela erreichten. Das zeige, welche internationale Strahlkraft eine Route entwickeln kann, wenn sie Landschaft und Kultur mit einer starken gemeinsamen Geschichte verbindet. Das Johannes-Paul-II.-Projekt befinde sich derzeit in Ausarbeitung und soll über den Pilgerweg hinaus eine langfristige europäische Partnerschaft schaffen, "die Spiritualität und grenzüberschreitende Begegnung verbindet", wie es in der Aussendung hieß.
Für Österreich eröffne die Initiative zudem die Möglichkeit, bestehende Pilgerregionen international sichtbarer zu machen, den Austausch mit dem wichtigen polnischen Markt zu vertiefen und nachhaltige Reiseformen zu stärken.
Quelle: kathpress