
Amstetten: Noch keine Einigung zu Don-Bosco-Jugendzentrum
Für das seit Ende Juli geschlossene Don-Bosco-Jugendzentrum in Amstetten gibt es weiterhin keine Einigung über eine Wiedereröffnung. Der Salesianerorden bekräftigt jedoch seine Bereitschaft, das Jugendzentrum ab Anfang 2027 wieder durch das Don Bosco Sozialwerk betreiben zu lassen. Voraussetzung sei eine "verlässliche Finanzierung" der offenen Kinder- und Jugendarbeit durch die Stadtgemeinde Amstetten und das Land Niederösterreich, heißt es in einem Schreiben des Ordens an die Stadt. Der seit 15. August amtierende Provinzial P. Peter Rinderer bestätigte dies am Mittwoch gegenüber Kathpress.
Das Jugendzentrum - es trägt den Namen "JA Don Bosco" - war Ende Juli nach knapp 60 Jahren Betrieb geschlossen worden. Auslöser war der Wegfall einer Landesförderung von 50.000 Euro, die rund 40 Prozent des bisherigen Jahresbudgets ausgemacht hatte. Die Entscheidung des zuständigen FPÖ-Landesrats Martin Antauer hatte eine politische Debatte ausgelöst. Antauer hatte den Förderstopp unter anderem mit der inhaltlichen Ausrichtung eines Workshops begründet. Der Amstettner Gemeinderat hatte sich daraufhin mehrheitlich für den Erhalt der Einrichtung ausgesprochen.
In der Diskussion über einen weiteren Betrieb sei der Orden mit dem Land Niederösterreich weiterhin im Austausch, eine konkrete Finanzierungszusage liege bislang aber nicht vor, sagte Rinderer. Interesse gebe es seitens der Stadtgemeinde, die den Orden um eine Stellungnahme zur Zukunft des Jugendzentrums gebeten hatte, damit das Thema in der kommenden Stadtratssitzung behandelt werden kann. Auch seien von der Stadt bereits Mittel in Aussicht gestellt worden, die in dem Brief als ein "wichtiger Beitrag" gewürdigt werden. Nach einer aktuellen Kostenberechnung bestehe für einen "qualitätsvollen und nachhaltig gesicherten Neustart" allerdings noch eine Finanzierungslücke, so das Schreiben.
Rinderer stellte gegenüber Kathpress das bisherige Finanzierungsmodell infrage. "Offene Kinder- und Jugendarbeit ist ein öffentlicher Auftrag", sagte der Provinzial. Wenn das Don Bosco Sozialwerk diese Arbeit im Auftrag der Gemeinde übernehme, müsse "die Finanzierung durch öffentliche Gelder gesichert sein". Zuletzt habe auch die Pfarre Amstetten-Herz Jesu einen Beitrag geleistet. Ziel sei daher eine "gute und stabile Finanzierung" für eine langfristige Fortführung.
Quelle: kathpress