
Militärseelsorger: Vorbildliche Zusammenarbeit der Religionen
Die Militärseelsorge in Österreich kann als ein gelungenes Beispiel für die Zusammenarbeit und den gemeinsamen Einsatz der Kirchen und Religionen für den Frieden und gesellschaftlichen Zusammenhalt bezeichnet werden. Das betont der neue Militär-Generalvikar Andreas Guganeder in einem Gastkommentar in der aktuellen Ausgabe der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag".
Seit einigen Jahren sei der Krieg nach Europa zurückgekehrt, und auch bewaffnete Konflikte in Europas Nachbarschaft, insbesondere im Nahen Osten, stellten eine vielschichtige Bedrohung dar. Vor diesem Hintergrund freue es ihn besonders, so Guganeder, dass die Religionsgemeinschaften in Österreich auch im Bereich der Militärseelsorge freundschaftlich und konstruktiv zusammenarbeiten würden "und so Zeugnis geben für die Möglichkeit des friedlichen Miteinanders von Menschen verschiedener religiöser, ethischer und kultureller Traditionen".
Guganeder verweist auf Papst Leo XIV., der sich in seiner Enzyklika "Magnifica humanitas" davon überzeugt zeigt, dass alle einen Beitrag leisten können, wenn es gegen eine Kultur der Macht, gegen Lüge und Gleichgültigkeit bzw. für den Aufbau einer "Zivilisation der Liebe" geht: "durch die Entwaffnung der Worte, die Förderung von Gerechtigkeit und Frieden, die Einnahme der Perspektive der Opfer, durch Dialog, Gebet und einen gesunden Realismus." In dem kleinen, aber sehr wichtigen Bereich der Soldatenseelsorge in Österreich würden die Kirchen und Religionen mit allen Kräften daran mitarbeiten, so Guganeder.
Andreas Guganeder ist Militärkurat und Generalvikar der österreichischen Militärdiözese. Er wird am Nationalfeiertag dem traditionellen Gottesdienst der Militärseelsorge in der Michaelerkirche (7.30 Uhr) vorstehen. Bei der anschließenden Leistungsschau am Heldenplatz werden Katholiken, Evangelische, Orthodoxe, Juden, Muslime und Aleviten wieder mit einem gemeinsamen Zelt der Militärseelsorge vertreten sein.
Quelle: kathpress