Allerheiligen findet man auch auf Wiens Straßenschildern
Wer am Allerheiligentag durch Wien spaziert, kann den Heiligen auch abseits von Kirchen und Altären begegnen: auf Straßenschildern, Plätzen und in Bezirksnamen. Vom Stephansplatz in der Inneren Stadt bis zum Brigittaplatz in der Brigittenau erinnern zahlreiche Verkehrsflächen an Heilige, deren Verehrung die Geschichte der Stadt geprägt hat. Eine von der Erzdiözese Wien zusammengestellte Übersicht macht diese religiösen Spuren in allen 23 Bezirken sichtbar. Allerheiligen biete einen Anlass, beim Gang durch die Stadt auf die Namen zu achten und auf die Menschen, deren Glauben und Wirken dahinterstehen, heißt es von Kirchenseite.
Besonders umfangreich ist die Liste für den ersten Bezirk. Der Stephansplatz und die Domgasse verweisen auf den heiligen Stephanus, den ersten Märtyrer der Kirche. Die Annagasse erinnert an die heilige Anna, die in der christlichen Tradition als Mutter Marias verehrt wird, parallel dazu die Johannesgasse an die Täufergestalt des Neuen Testaments. Die Barbaragasse steht mit der heiligen Barbara in Verbindung, der Michaelerplatz mit dem Erzengel Michael und die Salvatorgasse mit Christus, dem Erlöser. Am Petersplatz, Ruprechtsplatz, Franziskanerplatz, Augustinerplatz und in der Dominikanerbastei wird an die Patrone der dort befindlichen Kirchen erinnert, anderswo - Dorotheergasse, Himmelpfortgasse, Jakobergasse und Nikolaigasse - an die von ehemaligen Klöstern.
Weitere Straßen erinnern an Heilige, die als Prediger, Ordensgründer oder Seelsorger wirkten. Die Marco-d'Aviano-Gasse würdigt den Kapuziner und Prediger Marco d'Aviano. In der Leopoldstadt sind die Nepomukgasse nach dem heiligen Johannes Nepomuk und der Johannes-von-Gott-Platz nach dem Ordensgründer der Barmherzigen Brüder benannt. Auf der Landstraße erinnern der Karl-Borromäus-Platz und die Rochusgasse an den heiligen Karl Borromäus beziehungsweise den heiligen Rochus.
Auch mehrere Wiener Bezirksnamen tragen Heiligenbezüge. Mariahilf geht auf das Gnadenbild "Mariahilf" zurück, Margareten auf die heilige Margareta von Antiochia. Die Brigittenau erinnert an die heilige Birgitta von Schweden, deren Verehrung sich über eine örtliche Kapelle und die spätere Brigittakirche im Namen des Bezirks niederschlug. In Floridsdorf liegt der Ursprung dagegen bei Floridus Leeb, dem Propst des Augustiner-Chorherrenstifts Klosterneuburg.
In weiteren Bezirken finden sich die Florianigasse in der Josefstadt, benannt nach dem heiligen Florian, und der Clemens-Hofbauer-Platz in Hernals. Hofbauer, ein Redemptorist, ist einer der Wiener Stadtpatrone. Die Schwester-Maria-Restituta-Gasse in Simmering hält das Andenken an die seliggesprochene Franziskanerin und NS-Märtyrerin Maria Restituta Kafka wach. In Döbling erinnern der St.-Georg-Platz und der St.-Jakobs-Platz an die jeweiligen Kirchenpatrone. In der Donaustadt verweist die St.-Wendelin-Gasse auf den Heiligen, der traditionell als Schutzpatron der Hirten und Bauern gilt.
Neben den Heiligen und Seligen würdigen zahlreiche Verkehrsflächen kirchliche Persönlichkeiten und Ordensgemeinschaften der Wiener Stadtgeschichte. Kardinäle wurden verewigt mit dem Kardinal-Rauscher-Platz in Rudolfsheim-Fünfhaus, dem Kardinal-König-Platz in Hietzing, dem Kardinal-Innitzer-Platz in Döbling und dem Kardinal-Nagl-Platz auf der Landstraße. Der Dr.-Ignaz-Seipel-Platz erinnert an einen Priester und Bundeskanzler, die Abraham-a-Sancta-Clara-Gasse an einen Augustiner-Barfüßer und bekannten Prediger, die Dr.-Heinrich-Maier-Straße in Währing an einen NS-Widerstandskämpfer, der ebenfalls Priester war. Insgesamt listet die Übersicht rund 100 Priester, die in Wien gewirkt haben.
Quelle: kathpress
