
15 Jahre Seligsprechung: Kunstprojekte erinnern an Carl Lampert
Rund um den 82. Todestag des 1944 von den Nationalsozialisten ermordeten Priesters Carl Lampert am 13. November stehen die diesjährigen Carl-Lampert-Wochen im Zeichen der Erinnerung an sein Leben und Wirken. Mit künstlerischen Produktionen, Gottesdiensten und Begegnungen greift das Carl Lampert Forum unter dem Titel "Remanenz. Von der Gegenwart des Vergangenen" sein Vermächtnis auf, richtet aber bewusst auch den Fokus auf die Biografie eines lebensfrohen Mannes. Gefeiert wird auch der 15. Jahrestag seiner Seligsprechung, die am 13. November 2011 in der Stadtpfarrkirche St. Martin in Dornbirn durch Kardinal Angelo Amato erfolgte. Die Veranstaltungen finden in Rankweil, Höchst, Dornbirn und Göfis statt.
"Wer Carl Lampert vor allem von seinen letzten Tagen her betrachtet oder in ihm hauptsächlich den seliggesprochenen Märtyrer sieht, begegnet ihm zu spät, um den Menschen in seiner ganzen Vielfalt kennenzulernen", berichtet das Vorarlberger "KirchenBlatt" (aktuelle Ausgabe) über die kommenden Veranstaltungen. Diese wollten Lampert auch als lebensfrohen und geselligen Menschen zeigen, der leidenschaftlich gern gesungen und Feste gefeiert habe.
Dazu passen etwa ein Gedenkwort der Autorin Elisabeth Heidinger am 15. November in der Innsbrucker Pfarrkirche Mariahilf, das Lamperts Humor und Lebensfreude in den Mittelpunkt stellt, sowie ein Mitsingnachmittag unter dem Titel "Kein Fest ohne Carl Lampert" am 9. Jänner 2027 in der Stadtpfarrkirche St. Martin in Dornbirn. Unter der Leitung von Markus Linder erklingen an Lamperts Geburtstag dabei Lieder wie "Von guten Mächten", "Amazing Grace" und "Die Gedanken sind frei".
Totentanz am Friedhof der Basilika Rankweil
Auf dem Friedhof der Basilika Rankweil begegnet in "Alles ist hin" eine Lebende dem Tod. Inspiriert von Werken Goethes, Bulgakows und Saramagos, lässt dieser Totentanz - eigens für den Liebfrauenberg konzipiert - die Figuren in einen Dialog mit Carl Lampert treten. Von der erhöhten Perspektive des überdachten Wehrgangs aus verfolgt das Publikum das Geschehen zwischen Grabsteinen und alten Mauern. Die "Todin" führt ihre Gesprächspartnerin durch verschiedene literarische Welten: Dantes Jenseitsreise, Goethes Faust, Bulgakows teuflischer Besucher und Saramagos Vorstellung einer Welt, in der plötzlich niemand mehr stirbt, bilden die Stationen, heißt es in der Ankündigung. In der Mitte steht Carl Lampert, dessen Schicksal die Frage aufwirft, "was einem Menschen genommen werden kann und worüber selbst die Gewalt nicht uneingeschränkt verfügt".
Den Text schrieb Elisabeth Heidinger eigens für den Aufführungsort. Regie führt Stephanie Gräve, die zugleich die Todin verkörpert. Elke Maria Riedmann spielt die Lebende, Johannes Lepper übernimmt die Sprecherrolle. Musik für Orgel und Violine sowie die Stimmen eines "Bürger:innenchors" begleiten die Inszenierung. Das Theaterstück ist eine Kooperation der Pfarre Rankweil und dem Mesnerstüble Rankweil. Die Aufführungen finden am 11., 12. und 13. November jeweils um 19.30 Uhr statt. Am 10. November um 18 Uhr sprechen Stephanie Gräve und Autorin Elisabeth Heidinger im Mesnerstüble über das Stück.
"Wolke von Zeugen"
In Höchst bringt das Stück "Wolke von Zeugen" Menschen aus unterschiedlichen Jahrhunderten zusammen, die aus innerer Überzeugung gehandelt und dafür persönliche Konsequenzen in Kauf genommen haben. Im Zentrum stehen Johannes der Täufer, der vor rund 2.000 Jahren hingerichtete Kirchenpatron von Höchst, weiters Carl Lampert sowie die französischen Denkerinnen Simone Weil und Madeleine Delbrêl und die US-amerikanische Sozialaktivistin Dorothy Day. Ihre Lebensgeschichten und Gedanken werden in der Inszenierung durch Texte, Musik, Tanz und Bewegung miteinander in Beziehung gesetzt.
Ausgangspunkt für das Stück war eine Idee des Organisten Bruno Oberhammer zum 60-jährigen Bestehen der Rieger-Orgel in der Pfarrkirche St. Johann. Er gewann dafür den Autor Walter Buder, der Texte und Stimmen aus unterschiedlichen Jahrhunderten zusammentrug. Brigitte Walk entwickelte daraus die dramaturgische Gestaltung und führt Regie. Kilian Haselbeck gestaltet den Tanz, Oberhammer übernimmt die musikalische Gestaltung an der Orgel. Ein generationsübergreifender Bewegungschor wirkt ebenfalls mit. Die Aufführung findet am 14. November um 19 Uhr in der Pfarrkirche St. Johann in Höchst statt.
Gedenkmessen zum 82. Todestag
Anlässlich des 82. Todestages des seligen Carl Lampert am 13. November 1944 erinnern mehrere Veranstaltungen in Vorarlberg und darüber hinaus an den aus Göfis stammenden Priester. In seiner Heimatgemeinde findet am Freitag, 13. November, um 9 Uhr ein von Frauen gestalteter Gedenkgottesdienst in der Pfarrkirche statt. Um 16 Uhr folgt eine Andacht zur Todesstunde. Eine weitere Gedenkmesse findet um 19 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Martin in Dornbirn statt. Am Sonntag, 15. November, wird um 9.30 Uhr in der Pfarrkirche Göfis eine Gedenkmesse mit Pfarrer Georg Thaniyath gefeiert.
(Alle Veranstaltungen: https://www.kath-kirche-vorarlberg.at/portal/aktuelles/article/12222.html)
Quelle: kathpress