
Graz: Caritas und VinziWerke stocken Winternothilfe auf
Caritas und VinziWerke rechnen angesichts hoher Lebenshaltungs- und Wohnkosten mit einer Verschärfung der Notlagen obdachloser und armutsbetroffener Menschen. Für die kommenden Wintermonate bauen die Hilfsorganisationen deshalb ihre Kapazitäten mithilfe der öffentlichen Hand in Graz aus.
Die Caritas stellt 35 zusätzliche Schlafplätze in ihren Notschlafstellen Arche 38 und FranzisCa bereit, auch die VinziWerke erweitern ihr Angebot mit Notbetten. Die Versorgung der Menschen tagsüber ist weiter in der Bahnhofmission und im Marienstüberl möglich. "Niemand soll in Graz im Winter auf der Straße schlafen müssen", betonten Caritasdirektorin Nora Tödtling-Musenbichler, Geschäftsführerin der VinziWerke Österreich Amrita Böker und Bürgermeisterin Elke Kahr bei einer Pressekonferenz am Donnerstag.
Die steigende Not mache sich überall bemerkbar: "Das merken wir anhand unserer Auslastungszahlen in den Notschlafstellen, aber auch bei den Grundversorgungsangeboten. Gleichzeitig wird der Beratungsaufwand größer und die Problemlagen der Menschen vielschichtiger", beschrieb Böker die Situation.
Caritasdirektorin Tödtling-Musenbichler verwies auf die schwieriger werdenden Rahmenbedingungen: "Wenn, wie aktuell, über Einschränkungen bei der Sozialhilfe diskutiert wird, während Wohnen, Energie und Heizen kostspieliger werden, dann müssen wir uns über die Konsequenzen im Klaren sein: Wir werden mehr Menschen auf der Straße sehen", so Tödtling-Musenbichler. Winterliche Kälte lasse sich nicht verhindern; soziale Kälte, die Menschen in die Wohnungslosigkeit treibe, aber sehr wohl.
Das Kältetelefon der Caritas sei ein Beispiel für gelebte Solidarität und Zivilcourage. Gerade angesichts eines rauer werdenden gesellschaftlichen Diskurses und Umgangs mit Menschen in Not sei "gelebte Menschlichkeit wichtiger denn je".
"Ein warmer und sicherer Zufluchtsort ist kein Privileg, sondern ein menschliches Grundbedürfnis", betonte Bürgermeisterin Kahr bei der Präsentation der Winternothilfe-Maßnahmen der Hilfsorganisationen sowie von Stadt Graz und Land Steiermark. Es bleibe Aufgabe aller Kräfte in Politik und Gesellschaft, Menschen in Notsituationen aufzufangen, so Tödtling-Musenbichler.
Quelle: kathpress