
"Aufregung" um Faltblatt "Was bringt Kirche?"
Der "Aufregung" um das von der Bischofskonferenz herausgegebene Faltblatt "Was bringt Kirche?" ist deren Mediensprecher Paul Wuthe in einem Blog auf katholisch.at begegnet. Zum Vorwurf des pensionierten Physikprofessors und Obmanns der "Initiative Religion ist Privatsache", Heinz Oberhummer, mit dem Flyer würden nun die Schulen "geflutet" und Religionslehrer für "Propagandazwecke" eingesetzt, erklärte Wuthe: Die Broschüre habe keinen politischen Inhalt, "der Vorwurf geht absolut ins Leere". Die Religionslehrer hätten den Falter "zur Information erhalten".
» Blog von Dr. Paul Wuthe auf katholisch.at
» Dossier "Was bringt Kirche..."
Er verstehe die Aufregung über die kirchliche Kampagne nicht, so Wuthe; das Faltblatt richte sich nicht gegen etwas, sondern zeige nur nüchtern die Leistungen der Kirche für die Gesellschaft auf.
Wuthe relativierte damit das vermeintlich "Ungeheuerliche", das seitens der Kirche "drohe": Die Verteilung des A4-Blattes sei "so moralisch verwerflich und gegen das Gesetz" gerichtet, dass dieses "gegebenenfalls auch rechtlich bekämpft werden" müsse, hatte sich Oberhummer über "diesen zynischen Propagandaeinsatz" echauffiert.
"Es war wohl die Auflage, die Prof. Oberhummer misstrauisch werden ließ: 1 Million Stück!", schrieb Wuthe. Der Grund für diese hohe Zahl sei "relativ banal": Zu Ostern, wo die Falter in den Kirchen aufgelegt bzw. verteilt werden, liege der Kirchenbesuch jenseits der Zwei-Millionen-Grenze. Wuthe berief sich auf eine aktuelle, vom Nachrichtenmagazin "profil" in Auftrag gegebene Umfrage, wonach mehr als die Hälfte der 5,4 Millionen Katholiken in Österreich zu Ostern in die Kirche gehen wollen.
Das Unterrichtsministerium, von Oberhummer zur Unterbindung der vermeintlichen Kirchen-Propaganda an Schulen aufgefordert, reagierte sachlich: Dem Ministerium sei kein Fall bekannt, in dem das Faltblatt "Was bringt Kirche?" an Schüler verteilt wurde, sagte Ministeriumssprecher Raimund Lang laut APA. Ob politische Broschüren an Schüler verteilt werden dürfen, dazu gibt es keine Auskunft. "Das müsste man sich im Einzelfall ansehen", sagte Lang.
Ein Sprecher der "Initiative Religion ist Privatsache" erklärte gegenüber "DiePresse.com", dass nichts gegen eine Broschüre der Kirche zu sagen ist, solange diese nicht in den Schulen verteilt werde.
Quelle: Kathpress