
NRW 2013: Katholische Jung-Journalisten aktiv
Der Nationalratswahl-Sonntag war auch für die von der "Katholischen Medien Akademie" (KMA) ausgebildeten Jungjournalisten ein Großkampftag: Noch in der Nacht auf Montag wurde eine 32-Seiten-Ausgabe des Magazins "Schottengasse" (wo sich die Wiener Räumlichkeiten der KMA befinden) mit Reportagen und Hintergrundberichten zur Nationalratswahl erarbeitet. "Erst nach zwanzig Uhr kamen einige der Jungjournalisten von den Schauplätzen zurück", wies Gerhard Weis, früherer ORF-Generalintendant und jetzt Journalistischer Leiter der KMA, in seinem Vorwort hin. Trotzdem sei der nächtliche Redaktionsschluss "wie bei einer Tageszeitung" strikt eingehalten worden.
Die neun beteiligten Jungjournalisten lieferten Reportagen von Parteizentralen, Hintergrundberichten etwa zur Frage, wie eine Wählerstromanalyse entsteht oder wie sich das "Wahl-Twittern" gestaltete. Hinzu kommen Interviews z.B. mit dem in Berlin wirkenden Kärntner Spitzenjournalisten mit Kirchenzeitungswurzeln, Michael Maier, und jede Menge Kommentare. Die journalistische Betreuung der Ausgabe lag bei Gabriele Neuwirth, der Präsidentin des Verbandes katholischer Publizistinnen und Publizisten Österreichs.
"Die etablierten Parteien vertreten nicht mehr den Wählerwillen", meinte Michael Maier zum Wahlergebnis. Obwohl die beiden Regierungsparteien zusammen längst weniger als die Hälfte aller Bürger vertreten, leide Österreich unter der hier extremen Verflechtung von Politik, Verbänden, Wirtschaft und Justiz. Die außerparlamentarischen Seilschaften seien extrem mächtig, Großbanken und Kammern würden de facto die Regierung lenken, befand der Herausgeber mehrerer Online-Medien, darunter der bedeutenden "Deutschen Wirtschafts Nachrichten". "So lange die Österreicher mit dieser Realität nicht aufräumen, haben Wahlen eher folkloristischen Charakter."
Die "Katholische Medien Akademie" bildet seit 1978 Journalistinnen und Journalisten im Print-, Radio- und auch im Onlinebereich aus. Ihre "bewährte Ausbildungsmethode" sei "Praxis, Praxis und noch einmal Praxis", ergänzt durch Hintergrundwissen.
Küberl deponiert Wunsch nach besseren Jobs
Einen Kommentar zur Wahl gab auch Caritas-Präsident Franz Küberl in der "Kleinen Zeitung" am Montag ab: Das Parlament sei nach dem Einzug zweier neuer politischer Gruppierungen jetzt "farbenprächtiger". Es werde sich weisen, ob die Politik nun auch ideenreicher wird. Küberl rechnet mit einer Fortsetzung der großen Koalition, da sich "die eigentlichen Parteiführer (Häupl und Pröll) schon dafür ausgesprochen hätten. Der Caritas-Chef deponierte auch schon einen Wunsch an die zukünftige Regierung: "Wir brauchen mehr Arbeit, von der die Menschen leben können."
Der katholische Theologe Heinrich Schmidinger, seit 2001 Rektor der Universität Salzburg und seit 2011 Vorsitzender der Österreichischen Universitätenkonferenz, zeigte sich in der "Kleinen Zeitung" enttäuscht über den "mehr als problematischen" Wahlerfolg der FPÖ. Auch er rechnet mit einer Fortsetzung der SPÖ-ÖVP-Koalition. Aus der Sicht der Rektoren erwarte er eine Stärkung der Autonomie der Universitäten und deren ausreichende finanzielle Ausstattung, so Schmidinger.
Info: www.kma.at
Quelle: Kathpress