Kritik an "Pastafari"-Anerkennungsantrag
Scharfe Kritik am Antrag der Satire-"Religion" des "Pastafarianismus" auf Anerkennung als "Religiöse Bekenntnisgemeinschaft" in Österreich kommt von der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ). KAÖ-Präsidentin Gerda Schaffelhofer sprach in einer Aussendung am Mittwoch von einem "Akt der Intoleranz". Schaffelhofer wörtlich: "Das Ansinnen und Vorgehen der Proponenten der sogenannten 'Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters' ist eine gezielte Verhöhnung von Menschen, die sich zu ihrem Glauben bekennen und diesen verantwortungsvoll und zeitgemäß leben wollen."
Den "Pastafaris" gehe es offensichtlich nicht um Kritik an tatsächlichem oder vermeintlichem Fehlverhalten einzelner religiöser Personen oder Institutionen und auch nicht um eine ernsthafte weltanschauliche Auseinandersetzung, die auch mit den Mitteln der Satire geführt werden kann, so die KAÖ-Präsidentin: "Was hier geschieht, ist unter dem Deckmantel der Liberalität eine andere Weltanschauung mit Füßen zu treten und eine ganze Bevölkerungsgruppe in verachtender Weise herunterzumachen."
Schaffelhofer kritisierte auch den NEOS-Abgeordneten Niko Alm, einen der Proponenten der "Pastafaris", sowie die NEOS selbst, bei denen Alm für Sekten und Religionen zuständig ist. Schaffelhofer: "Im Blick auf die bevorstehende EU-Wahl stellt sich die Frage, was man von einer Partei auf EU-Ebene erwarten kann, die Aprilscherze zum Instrumentarium ihrer Politik macht." Querdenker in Parteien mögen manchmal befruchtend sein, aber das Vorgehen Alms und seiner Mitstreiter überschreite nicht nur die Grenzen des guten Geschmacks. Vielmehr wolle man gezielt Menschen verletzen, "die sich auch im 3. Jahrtausend zu ihrem Gott bekennen, in der Ausübung ihrer Religion Sinn erfahren und aus ihrem Glauben motiviert werden, sich nicht nur in ihrer Glaubensgemeinschaft, sondern auch in der Gesellschaft zum Wohl der Menschen einzusetzen", unterstrich die KAÖ-Präsidentin.
Einsatz für respektvolles Miteinander
Die Katholische Kirche in Österreich und die Katholische Aktion im Besonderen engagierten sich seit Jahrzehnten für ein gedeihliches und respektvolles Miteinander und den Dialog von unterschiedlichen Religionen und Weltanschauungen, so Schaffelhofer: "Auch im Rahmen des Zukunftsforums der Katholischen Kirche werden wir diesen Dialog weiterführen, zu dem wir jeden einladen, der daran ernsthaft interessiert ist. Spott und Hohn sind dafür sicher keine Basis."
Wie Schaffelhofer hatte sich zuvor auch schon der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (AKV), Helmut Kukacka, sehr kritisch geäußert. Er hatte den "Pastafari"-Proponenten die Verhöhnung religiöser Menschen sowie des Staates vorgeworfen.
ÖVP-Generalsekretär Gernot Blümel hatte sich zugleich gegen Niko Alm gewandt. "Alles und jedes ins Lächerliche ziehen hat null mit politischer Verantwortung zu tun", betonte Blümel in einer Aussendung.
Die "Austria Presse Agentur" (APA) hatte vor wenigen Tagen berichtet, österreichische Anhänger der 2005 in den USA gegründeten Satire-Religion des "Pastafarianismus" hätten die offizielle Anerkennung als Religionsgesellschaft beantragt.
Das Kultusamt selbst bestätigte auf Anfrage, dass man mit der Prüfung des Antrags der "Kirche des fliegenden Spaghettimonsters" auf Rechtspersönlichkeit als "staatlich eingetragene religiöse Bekenntnisgemeinschaft" begonnen habe. Das Ansuchen werde nach den maßgeblichen formellen Kriterien behandelt.
Quelle: Kathpress