
Von homosexuellen Paaren & Alleinerziehern...
Die wachsende Zahl homosexueller Paare mit Kindern bedeutet nach den Worten des französischen Kardinals Andre Vingt-Trois eine besondere Herausforderung für die christliche Erziehung. Daneben gebe es aber heute eine Reihe weiterer Familiensituationen, die vonseiten der Kirche eine sensible pastorale Begleitung bei der Glaubensvermittlung erforderten, so der turnusmäßige Präsident der vatikanischen Synode zu Ehe und Familie am Donnerstag.
Vingt-Trois verwies unter anderem auf die zunehmende Zahl von Alleinerziehenden sowie von Straßenkindern besonders auf der Südhalbkugel. Als weiteren Punkt nannte er die Fälle, in denen Eltern nach dem Kirchenrecht nicht an der Kommunion teilnehmen dürfen, ihre Kinder aber schon. Zudem gebe es geschiedene Elternteile, die gegen die christliche Kindererziehung durch den früheren Partner protestierten, so der Erzbischof von Paris in seiner einleitenden Ansprache vor den Synodenteilnehmern zur Debattenrunde am Donnerstagnachmittag. Dabei ging es um das Thema "Die Kirche und die Familie angesichts der erzieherischen Herausforderung".
Brandmüller: Nicht nur Wiederverheiratete Thema
Der deutsche Kardinal Walter Brandmüller (85) hat italienischen Medienberichten zufolge die Öffentlichkeit davor gewarnt, die derzeitige Vatikan-Synode zu Ehe und Familie auf die Frage der wiederverheirateten Geschiedenen zu verengen. Nur ein Prozent der praktizierenden Katholiken gehöre zu dieser Personengruppe, sagte Brandmüller der italienischen Tageszeitung "La Repubblica" (Freitag). Diese Menschen bräuchten pastorale Begleitung; das bedeute jedoch nicht eine Zulassung zur Eucharistie, "denn ihre Lebensentscheidung steht in dauerndem Widerspruch zum Wort Jesu", so Brandmüller.
Die Kommunion sei die engste Begegnung mit Christus. "Ich wüsste nicht, wie man dieses 'Ja' der Kommunion mit dem 'Nein' der Lebensentscheidung in Einklang bringen soll", sagte der frühere Präsident des Päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaft.
Paare berichten über Empfängnisverhütung
Ehepaare aus Brasilien und Frankreich haben am Donnerstag den Teilnehmern der vatikanischen Synode zu Ehe und Familie über ihre Erfahrungen mit der Empfängnisverhütung berichtet. Zunächst erzählten Arturo und Hermelinda Zamberline von der Bewegung "Equipe Notre-Dame" über weit verbreitete Zweifel am kirchlichen Verbot künstlicher Verhütungsmittel. Viele Menschen hielten die kirchlich erlaubten natürlichen Methoden zwar für gut, aber "nicht praktikabel", heißt es in dem vom Vatikan veröffentlichten Redetext. Die große Mehrheit katholischer Paare lehne die Verwendung künstlicher Mittel nicht ab. Hier gebe es eine Kluft zwischen Morallehre und Praxis.
Danach berichtete das französische Paar Olivier und Christilla Roussy über seine Bedenken gegenüber künstlicher Empfängnisverhütung. In den wenigen Monaten, in denen die Frau die Pille eingenommen habe, habe sich ihre Stimmung verschlechtert. Daraufhin seien sie wieder zur natürlichen Methode übergegangen und hätten während der fruchtbaren Zeit auf Geschlechtsverkehr verzichtet. Das Paar, das in der Bewegung Emmanuel aktiv ist, hat sieben Kinder.