
Synode: Schlussbotschaft wird Samstag präsentiert
Eine Botschaft ("Messaggio") zur Sonderbischofssynode wird am kommenden Samstag, 13 Uhr, im vatikanischen Pressesaal präsentiert. Das wurde im "Bollettino" des Presseamtes am Dienstag bekannt gegeben. Es handelt sich gleichzeitig um die Abschlusspressekonferenz der Synode. Wer dabei vor die Medien treten wird, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Vermutet wird deshalb, dass noch diskutiert wird, ob auch das Redaktionsteam des Schlussdokuments vor die Presse treten wird.
Das Schlussdokument wird vermutlich über den Text der "Messaggio" hinausgehen. Es soll am Donnerstagabend von der Synode verabschiedet werden. Es bildet die Arbeitsgrundlage für die Ordentliche Bischofssynode 2015, die die Beratungen über die Familienpastoral fortsetzt.
Papst Franziskus wollte, dass dieses wichtige Dokument auf eine breite Basis gestellt ist, und ernannte deshalb zusätzlich zum Trio Kardinal Peter Erdö (Synodenrelator), Kardinal Lorenzo Baldisseri (Synoden-Generalsekretär) und Erzbischof Bruno Forte (Theologischer Sondersekretär) sechs weiter Redakteure. Berufen wurden dabei Personen, die bereits jetzt die Synode mitgeprägt haben und wohl zu ihren Stars gehören. Es handelt sich um Kurienkardinal Gianfranco Ravasi (Kulturrat), US-Kardinal Donald Wuerl, Jesuitengeneral Adolfo Nicolas, den argentinischen Erzbischof Victor Manuel Fernandez, den Präsidenten des Lateinamerikanischen Bischofsrates Erzbischof Carlos Aguiar Retes (Mexiko) und den koreanischen Bischof Peter Kang U-il.
Der Außerordentlichen Bischofssynode gehören die rund 120 Vorsitzenden der Bischofskonferenzen und 25 Kurienleiter an, aber auch 26 zusätzlich vom Papst berufene Mitglieder. Gerade mit diesen Berufungen hatte Franziskus besondere Signale gesetzt. Unter ihnen ist nämlich der emeritierte Kurienkardinal Walter Kasper, der im vergangenen Februar mit seinen Anfragen nach einem möglichen Sakramentenempfang für wiederverheiratete Geschiedene in bestimmten Einzelfällen eine breite Diskussion angeregt hat. Berufen wurde aber auch einer seiner "Gegenspieler", Kardinal Carlo Caffarra von Bologna. Beide zählen mit zu den Meinungsführern in der Synode.
Einer der von Papst ernannten Schlussdokuments-Redakteure, der argentinische Erzbischof Victor Fernandez, trat bereits als Mann mit Humor hervor. So scherzte Fernandez am vergangenen Mittwoch vor Journalisten im vatikanischen Pressesaal, Franziskus habe darauf hingewiesen, alle könnten frei reden, "ohne dass ihnen gleich Kardinal Müller auf den Leib rückt". In Kommentaren zu der Pressekonferenz hieß es danach, solche Äußerungen über einen amtierenden Präfekten der vatikanischen Glaubenskongregation hätten Bischöfe "früher allenfalls hinter vorgehaltener Hand" gemacht.
Quelle: Kathpress