
Zwischenbericht keine Richtungsentscheidung
Der Zwischenbericht zur Familiensynode im Vatikan ist nach Aussagen führender Teilnehmer nicht als Richtungsentscheidung zu sehen. Das Papier sei in allen Punkten "sehr vorläufig", sagte Kardinal Luis Tagle, einer der drei Synodenpräsidenten, am Montag nach der Veröffentlichung des Berichts im Vatikan. Vieles stehe noch zur Diskussion. "Das Drama geht weiter", scherzte der Erzbischof von Manila.
In dem am Montag vom Generalrelator der Synode, dem ungarischen Kardinal Peter Erdö, vorgestellten Zwischenbericht wird unter anderem die Position etlicher Teilnehmer wiedergegeben, wiederverheiratete Geschiedene unter bestimmten Voraussetzungen und nach einem "Weg der Buße" zur Kommunion zuzulassen. Mehrfach verweist der Bericht zudem darauf, dass auch Lebensentwürfe, die nicht mit der katholischen Lehre übereinstimmen, sittlich wertvoll sein können.
Nach dem Bericht bekennen sich die Bischöfe zu einem respektvollen Umgang mit Menschen ungeachtet ihrer sexuellen Orientierung oder der Form der Partnerschaft, in der sie leben. Die Kirche sei nicht da, um Menschen zu verurteilen, sondern um sie zu begleiten und ihre Würde zu verteidigen, sagte der Sondersekretär der Synode, Erzbischof Bruno Forte. Auch Erdö betonte, die Würde eines Menschen hänge nicht von seiner sexuellen Ausrichtung ab.
Gleichzeitig räumte der ungarische Kardinal ein, in der zweistündigen Aussprache am Morgen habe es auch Kritik gegeben. 15 der 41 Wortmeldungen hätten konkrete Punkte bemängelt oder Präzisierungen angemahnt. Synodenpräsident Tagle warnte davor, die Synode in "Konservative" und "Progressive" einzuteilen. Solche Etikettierungen seien schwierig festzumachen.
Quelle: kathpress