
KAÖ für Asylwerber am Arbeitsmarkt
"Asylwerbern einen leichteren Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen, wäre höchst an der Zeit": Das erklärte die Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ), Gerda Schaffelhofer, zu entsprechenden Signalen aus der Regierung. Details, "wie weit die Verantwortlichen zu gehen bereit sind", fehlten zwar noch. Es sei aber zumindest ein "erfreulicher Fortschritt", dass Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner darüber mit den Sozialpartnern ins Gespräch treten wollten, so Schaffelhofer in einer Aussendung am Mittwoch.
Sie schloss sich der tags zuvor von Caritas-Präsident Michael Landau erhobenen Forderung an, dass Asylwerber nach sechs Monaten legalen Aufenthalts in Österreich vollen Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten: "Wer rechtmäßig hier lebt, soll auch hier arbeiten können."
Zahlreiche Einrichtungen, die Flüchtlinge betreuen - darunter viele kirchliche -, forderten seit Jahren, die starken Einschränkungen zu lockern, mit denen Asylwerber de facto vom regulären Arbeitsmarkt ferngehalten werden. Die Flüchtlinge sollten die Chance bekommen, zum Unterhalt für sich selbst und ihre Familien beizutragen. Arbeit sei zudem ein wichtiges Mittel der Teilhabe an der Gesellschaft, wies Schaffelhofer hin. "Zum Nichtstun gezwungen zu sein, hilft den Betroffen weder während des - manchmal jahrelangen - Wartens auf den Asylbescheid noch bereitet es diese auf die Zeit danach vor."
Arbeitsmarkt-Argument "zieht nur bedingt"
Das vor allem von Gewerkschaftsseite vorgebrachte Argument, dass Österreichs Arbeitsmarkt derzeit ohnehin überlastet sei, "zieht nur bedingt", so die KAÖ-Präsidentin. Arbeitswillige Asylwerber würden letztlich die "Schattenwirtschaft" anwachsen lassen und damit indirekt dazu beitragen, dass "sozial- und arbeitsrechtliche Standards unterlaufen" werden.
Unabhängig von einer Vormerkung beim AMS brauchen Asylwerber einen Zugang zu beruflicher Aus- und Fortbildung und zu Bildung allgemein, forderte Schaffelhofer weiter. Ein besonderes Augenmerk müsse dabei auf jugendliche Asylwerber gelegt werden.
Quelle: Kathpress