
KJS setzt sich für Kinderrechte ein
Der tragische Tod eines zweijährigen Mädchens, das von seinem Vater zur Strafe unter eine heiße Dusche gestellt wurde und starb, hat die Katholische Jungschar Wien (KJS) dazu veranlasst, auf das bestehende gesetzliche Gewaltverbot gegen Kinder aufmerksam zu machen. Der traurige Vorfall habe einmal mehr gezeigt, "dass das Gewaltverbot noch nicht bei allen Eltern und Erziehern angekommen ist", so Heidi Lang, Vorsitzende der KJS Wien. Umso wichtiger sei es, immer wieder auf darauf aufmerksam und sich klar für die Rechte der Kinder stark zu machen.
Zahlen aus einer Studie des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend aus dem Jahr 2009 zum Thema Gewalt in der Familie würden ein erschreckendes Unwissen Erwachsener zu Tage fördern: "30 Prozent der Eltern in Österreich wissen gar nicht, dass sie ihre Kinder schon rein rechtlich nicht schlagen dürfen. Außerdem gibt immer noch mehr als die Hälfte zu, ihre Kinder mit der 'g´sunden Watschn' zu erziehen", wird in einer Aussendung (Dienstag) aus der Studie zitiert.
Wie wichtig die Vermeidung von Gewalt an Kindern ist, zeige sich auch an der Reichweite der Konsequenzen, die solche Gewalt haben kann: Diese treffen nicht nur das einzelne Kind und die Familie, sondern auch die gesamte Gesellschaft. "Menschen, die in ihrer Kindheit mit Gewalt konfrontiert waren, leiden im Erwachsenenleben öfter an Depressionen, sind nicht voll arbeitsfähig, benötigen somit Therapieplätze und geben das Muster der Gewalt leider immer wieder an ihre eigenen Kinder weiter, da sie keine andere Form der Problembewältigung kennen gelernt haben", weiß Lang. Im allerschlimmsten Fall ende Gewalt als Erziehungsmittel tödlich, wie das tragische Beispiel aus Wien nun gezeigt habe.
Kinderrechte-Aktion in Wien
Mit einer Verteilaktion werden am 20. November Passanten auf das gesetzliche Gewaltverbot an Kindern aufmerksam gemacht. Ab 15 Uhr verteilt die KJS Wien in der Fußgängerzone der Mariahilferstraße Süßigkeiten und Postkarten. Am 22. November findet ab 16 Uhr ebenfalls in der Fußgängerzone der Mariahilferstraße ein Flashmob mit vielen Jungschargruppen statt. Anlass gibt das 25-Jahr-Jubiläum der Kinderrechte.