
Dreikönigsaktion hilft Straßenkindern
Die Dreikönigsaktion unterstützt das Projekt "Maya Paya Kimsa" und damit die Betreuung bolivianischer Straßenkinder. Der Gründer der Initiative in der unmittelbar an die Hauptstadt La Paz angrenzenden Millionen-Stadt El Alto, Martin Berndorfer, äußerte bei einem Österreich-Besuch große Dankbarkeit für die Unterstützung aus seiner Heimat: "Die Hilfsgelder der Sternsingeraktion sind unglaublich wichtig. Ohne diese Unterstützung könnten wir nicht weiterarbeiten."
Die Dreikönigsaktion (DKA) der Katholischen Jungschar sammelt traditionell zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag Spendengelder in Länder des Südens. Laut dem jüngsten Jahresbericht flossen knapp 15 Millionen in Hilfsprojekte, 1,2 Millionen in Bewusstseinsbildung, je rund 700.000 Euro in Spendenwerbung und Verwaltung.
Der aus Oberösterreich stammende Berndorfer arbeitet seit 2002 mit seiner Frau in La Paz und El Alto. Der DKA-Projektpartner machte es sich zur Aufgabe, auf der Straße lebenden Kindern und Jugendliche Perspektiven für ihre Zukunft zu bieten. Die Probleme der 1.300 Betroffenen in El Alto seien sehr komplex, so Berndorfer. Gewalt in den zerrütteten Familien, Alkoholkonsum, Arbeitslosigkeit oder aber arbeitsbedingte Dauerabwesenheit der Eltern seien die Hauptursachen, dass Kinder keinen anderen Ausweg sähen, als auf der Straße zu leben. Sie sind dann laut Berndorfer auf sich alleine gestellt; ihnen fehle es an Betreuung und Orientierung.
"Manche Mädchen sehen sich gezwungen, ihren Körper zu verkaufen, um zu überleben", erklärte die lokale Direktorin des Vereins in El Alto, Janneth Perez Molina. Viele Kinder überleben nur durch Betteln, kurzfristige Arbeiten oder Diebstahl. Das reiche für höchstens eine Mahlzeit pro Tag, zum Schlafen diene meist irgendein Ort, der vor Regen schützt. Problematisch sei, dass Kinder und Jugendliche auf der Straße von der Polizei häufig als Gefahr angesehen werden.
Schritte in ein neues Leben
Der Projektname "Maya Paya Kimsa" stammt aus der Quechua-Sprache und bedeutet "1, 2, 3". Dies stehe für die ersten Schritte zur Änderung des Lebens, bei denen die Straßenkinder unterstützt werden, erläuterte Molina. Bei der Betreuung stehe zunächst die Gesundheit der Kinder im Vordergrund: "Wir sind mit einem Erste-Hilfe-Koffer unterwegs und versorgen die Kinder mit dem Allernotwendigsten", berichtete Molina. "Wir stellen ein pädagogisches Team zur Verfügung, um die Kinder einzeln zu betreuen." Molina ist stolz über die Erfolge des letzten Jahres: "Von den 237 Kinder und Jugendlichen in unserer Obhut haben 125 den Weg von der Straße weg geschafft."
Lokale Hilfsgelder für "Maya Paya Kimsa" gebe es in El Alto momentan nicht, erklärte Martin Berndorfer. Finanzielle Mittel kämen ausschließlich von Organisationen aus Deutschland und Österreich. Das große Ziel des Projekts sei jedoch klar: "Wir wollen ein Kinderschutzsystem schaffen, damit auf Dauer keine Kinder mehr auf der Straße leben müssen."