
500. Flüchtling aus Syrien in Österreich
Die letzten Flüchtlinge aus dem ersten, 500 Syrer umfassenden Aufnahmeprogramm der Regierung werden am Montagnachmittag in Österreich ankommen. Die bereits im August 2013 angekündigte Aufnahme hat sich somit erheblich verzögert, was auch für das im April gestartete zweite, 1.000 Syrer umfassende Kontingent zutreffen dürfte, von dem bisher laut dem Ö1-Morgenjournal neun Menschen nach Österreich gekommen sind.
Die für Montag erwartete Familie aus Syrien - ein Paar mit drei Kindern - wird in einer Wohnung untergebracht und von der Caritas betreut. Caritas-Präsident Michael Landau bezeichnete es als "ganz wichtig, dass besonders verletzliche Flüchtlinge nach Europa kommen können, um hier Schutz zu finden".
Bei der Ankündigung vor 15 Monaten war Innenministerin Johanna Mikl-Leitner davon ausgegangen, dass die 500 Syrien-Flüchtlinge - bevorzugt sollten es Frauen, Kinder und Christen sein - binnen "weniger Wochen" in Österreich aufgenommen werden könnten. Als im Mai 2014 erst 300 von ihnen eingetroffen waren, hieß es, die Aufnahme aller 500 solle bis Sommer abgeschlossen sein.
Dass dies "grundsätzlich" auch umgesetzt worden sei, erklärte Christoph Pinter von UNHCR Österreich; Verzögerungen habe es deshalb gegeben, da einige Familien im Programm nachgerückt seien, weil andere noch nicht nach Österreich kommen konnten - beispielsweise wegen einer medizinischen Behandlung oder dem Wunsch einer Familie, den Schulabschluss ihrer Tochter in Jordanien noch abzuwarten.
Man habe aus den bisherigen Erfahrungen für weitere Aufnahmeprogramme gelernt, dass sich Flüchtlinge vor der Einreise besser vorbereiten müssen, um in Österreich am Arbeitsmarkt Fuß fassen und sich bestmöglich integrieren zu können, erklärte Pinter. Entsprechende Orientierungskurse mit für das Leben in Österreich wichtige Informationen würden u.a. im Libanon seitens der Internationalen Organisation für Migration (IOM) angeboten.
"Mehr als gelungen" sei laut Pinter, weltweit 30.000 syrische Flüchtlinge in humanitären Aufnahmeprogrammen Platz zu geben, wozu die UNHCR ursprünglich aufgerufen hatte. Angesichts der ständig steigenden Flüchtlingszahlen - über 3,2 Millionen Syrer sind bisher aus ihrer Heimat geflüchtet - startete die UNHCR allerdings einen neuen Aufruf, 100.000 weitere Plätze bis Ende 2016 zu schaffen.