
"Brot für die Welt"-Kampagne angelaufen
Mit einem Gottesdienst in der Lutherkirche in Wien-Währing startete am Sonntag die evangelische Entwicklungshilfe-Kampagne "Satt ist nicht genug". Die Kampagne, die im Rahmen der Initiative "Brot für die Welt" stattfindet, widmet sich heuer der Bekämpfung von Armut und Hunger in Ruanda. An dem Gottesdienst, der von ORF und ARD übertragen wurde, nahmen u.a. Bundespräsident Heinz Fischer sowie der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker teil.
Die Eröffnung der 56. Aktion von "Brot für die Welt" in Österreich sei ein Zeichen der Wertschätzung für den "jahrelangen idealistischen und unermüdlichen Einsatz der Evangelischen Kirche und ihrer Einrichtungen gegen den Hunger in der Welt und für Gerechtigkeit in der Welt", sagte Bundespräsident Fischer in seinem Grußwort im Anschluss an den Gottesdienst. Österreich und Deutschland hätten in Folge zweier Weltkriege Zeiten von Not und Hunger erlebt, daher wisse man um die Bedeutung von Hilfe und Unterstützung aus anderen Ländern.
Neben der Bekämpfung des Hungers sei aber auch der Einsatz für Menschenwürde und Chancengerechtigkeit dringend erforderlich: "Es ist die Politik gefordert, es ist die Zivilgesellschaft gefordert, es sind die Kirchen und die Religionsgemeinschaften gefordert, und es ist jeder einzelne Mensch gefordert", so Fischer.
Bischof Bünker verwies bei dem Gottesdienst darauf, dass ausreichende und bezahlbare Nahrung ein Menschenrecht sei, das 840 Millionen hungernden Menschen weltweit verwehrt bleibe. Eine weitere Milliarde Menschen leide darüber hinaus an Mangelernährung. Es gebe jedoch Anzeichen dafür, dass sich Dinge von der Basis her änderten: "Die Hoffnung wächst von unten. Es kommt auf die kleinen Leute an. Sie sollen ihr Schicksal, ihr Leben selbst in die Hand nehmen können. Die Kleinbauern, vor allem die Frauen, die Haus und Hof zusammenhalten. Sie zu stärken, ist uns ein zentrales Anliegen, dass jeder und jede unterstützen kann", so Bischof Bünker.
"Der Mensch braucht mehr als einen vollen Bauch, um an Leib und Seele gesund, glücklich und leistungsfähig zu sein", erklärte Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von "Brot für die Welt"-Deutschland, beim Gottesdienst. Aus diesem Grund stehe die diesjährige Aktion unter dem Motto "Satt ist nicht genug". "Alle Menschen sollen in Würde satt, gesund und munter, lebenslustig und tatkräftig leben dürfen, egal wo ihr Zuhause ist", so Füllkrug-Weitzel.
Die evangelische Entwicklungshilfe arbeitet seit den 1950er-Jahren in Deutschland unter dem Namen "Brot für die Welt", in Österreich gibt es seit 2011 eine Schwesterorganisation. (Info: www.brot-fuer-die-welt.at)