
Klimawandel: KJ appelliert an Regierung
Die Katholische Jugend Österreich (KJÖ) hat in einem Offenen Brief an die Bundesregierung appelliert, Maßnahmen gegen den Klimawandel zu setzen. In dem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben an Bundeskanzler Werner Faymann, Finanzminister Hans Jörg Schelling und Umweltminister Andrä Rupprechter fordert KJÖ-Vorsitzender Matthias Kreuzriegler - so wie zuvor der Linzer Bischof Ludwig Schwarz - einen Beitrag von mindestens 100 Millionen Euro in den "Green Climate Fund". Dieser Fonds wurde von der UNO mit dem Ziel gegründet, Geld für Klimaprojekte in Entwicklungsländern bereitzustellen. Bei der laufenden Weltklimakonferenz in Lima (Peru) wird über die Dotierung durch die Industrienationen und die Verwendung der Mittel verhandelt.
Minister Rupprechter hatte am Mittwoch in seiner Rede vor der Weltklimakonferenz eine Dotierung des Green Climate Funds seitens des Bundes in der Höhe von 25 Millionen US-Dollar angekündigt. In einer Aussendung seines Ministeriums dazu hieß es, "die österreichische Bundesregierung steht zu ihrer Verantwortung" und beteilige sich "mit einem angemessenen Betrag". Da Klimaschutz "aber auch ein Gemeinschaftsprojekt" sei, habe Rupprechter "die Bundesländer und die Wirtschaft eingeladen", den Beitrag Österreichs auf 50 Millionen Dollar zu erhöhen.
An deutscher Zusage orientieren
Der Katholischen Jugend ist das zu wenig: Von Deutschland gebe es eine Zusage über 740 Millionen Euro für den Green Climate Fund. "Von Österreich fordern wir daher einen relativ gesehen gerechten Beitrag von mindestens 100 Millionen Euro", forderte KJÖ-Vorsitzender Kreuzriegler. Zugleich müsse dabei garantiert sein, dass dieser Beitrag nicht auf die "ohnehin beschämend niedrigen" Zahlungen von 0,28 Prozent des BIP angerechnet wird, die die Regierung derzeit aus dem Staatshaushalt für Entwicklungshilfe bereitstellt.
Damit das im Rahmen der Vereinten Nationen vereinbarte Zwei-Grad-Ziel erreicht wird "und die Welt somit auch für zukünftige Generationen noch lebenswert ist", müsse Österreich seine CO2-Emissionen bis 2050 um 95 Prozent gegenüber 1990 reduzieren, wies die KJÖ hin. Das Zwei-Grad-Ziel beschreibt das Ziel der internationalen Klimapolitik, die globale Erwärmung auf weniger als zwei Grad gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen. Für Österreich bedeute das, in einem ersten Schritt die CO2-Emmissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Dies solle eine "Signalwirkung für andere Länder" haben und das klare Bekenntnis der österreichischen Bundesregierung für konsequenten Umweltschutz unterstreichen, heißt es in der Aussendung der Katholischen Jugend.
Die KJÖ hält der Regierung in ihrem Schreiben vor Augen, dass der Klimawandel weltweit ungleiche Auswirkungen habe. Vor allem die Länder im Süden würden am stärksten betroffen sein. Die Bundesregierung sei aufgefordert, "internationale Solidarität zu zeigen und diese Länder bei Maßnahmen gegen den Klimawandel zu unterstützen".
Am Dienstag hatte bereits der Linzer Bischof Ludwig Schwarz als Vorsitzender der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für Entwicklung und Mission (KOO) einen "fairen Beitrag" Österreichs von 100 Millionen Euro zum Green Climate Fund gefordert: "Ich hoffe sehr, dass Österreich seinen internationalen Zusagen nachkommen wird."