
Bischöfe besuchen Gefangene und Menschen in Schwierigkeiten
In den Tagen vor dem Heiligen Abend besuchen die österreichischen Bischöfe traditionell Justizanstalten, Sozialeinrichtungen und Krankenhäuser oder machen Dienst bei der Telefonseelsorge. Sie kommen damit einem Grundauftrag der Kirche nach, Menschen in Not und am Rand der Gesellschaft die hoffnungsvolle Weihnachtsbotschaft zu bringen. Gerade die Weihnachtszeit ist beispielsweise für viele Gefängnisinsassen mit dem Aufbrechen tiefer seelischer Verletzungen und Krisenerfahrungen verbunden. Selbiges gilt etwa auch für Obdachlose.
Einige der bischöflichen Termine sind öffentlich, viele finden aber auch ohne mediale Begleitung statt. Denn im Mittelpunkt soll stets die persönliche menschliche Zuwendung stehen. Weil das auch Kardinal Christoph Schönborn so hält, wurde auf "Kathpress"-Anfrage lediglich bekannt gegeben, dass der Wiener Erzbischof am Freitag, 19. Dezember, mit den Häftlingen der Justizanstalt Wien-Josefstadt einen vorweihnachtlichen Gottesdienst feiert.
| Telefonseelsorge zu Weihnachten |
| Rund um Weihnachten zeigen sich in der Telefonseelsorge ganz bestimmte Ängste und Sorgen von Menschen. Die Angst davor, am Heiligen Abend allein zu sein, Konflikte in der Familie, die zu Kränkungen führen, und etwaige Todesfälle seien hier Probleme, die Menschen besonders beschäftigen, erzählte die Leiterin der Wiener Telefonseelsorge, Marlies Matejka, gegenüber "Kathpress". "Das Wichtigste in der Telefonseelsorge ist das Gespräch und dass Menschen mit ihren Ängsten und Sorgen nicht alleine bleiben", so Matejka. Wie jedes Jahr werden auch heuer wieder prominente Seelsorger in der Adventzeit unter der Gratis-Nummer 142 erreichbar sein. In Niederösterreich steht der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng am 23. Dezember von 17 bis 20 Uhr zur Verfügung. Bereits am 20. Dezember ist Franz Schrittwieser, Bischofsvikar für die kategoriale Seelsorge der Diözese St. Pölten, ebenfalls von 17 bis 20 Uhr unter der Nummer erreichbar. In den Tagen vor Weihnachten ist außerdem der evangelische Bischof Michael Bünker Ratgeber unter der Gratis-Nummer. In Oberösterreich haben am 19. Dezember Landesrätin Gertraud Jahn von 13 bis 15 Uhr und Landeshauptmann Josef Pühringer von 17 bis 19 Uhr ein offenes Ohr für Anrufer. Ein Gespräch mit Telefonseelsorgern diene häufig dazu, dass sich die Anrufer ihren Kummer von der Seele reden können, berichtete Matejka aus dem Beratungsalltag: Wenn Menschen ihre Probleme formuliert hätten, sei oft der erste Schritt getan, um das Gespräch in der eigenen Familie und mit Freunden suchen zu können. "Ermutigung ist eine der größten Leistungen der Telefonseelsorge", weiß die Leiterin. In der Telefonseelsorge engagieren sich laut Matejka zu 95 Prozent Ehrenamtliche. "Dieses Jahr werden wir 18 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Arbeit hineinbegleiten", freut sich Matejka. Dabei gelte es, besonders die Intention der Telefonseelsorge deutlich zu machen: absichtslos sein, Menschen nicht in eine bestimmte Richtung drängen und keinen persönlichen Gewinn verfolgen. Die Ausbildungsteilnehmer erhalten zudem Hintergrundwissen über psychische Erkrankungen und Krisenintervention. |
Der St. Pöltner Bischof Klaus Küng feiert am Donnerstag, 18. Dezember, mit Häftlingen und Personal der Justizanstalt Krems-Stein einen vorweihnachtlichen Gottesdienst. Weihbischof Anton Leichtfried geht am gleichen Tag in die Justizanstalt St. Pölten. Am Dienstag, 23. Dezember, wird Bischof Küng das Team der Telefonseelsorge in St. Pölten verstärken und ein offenes Ohr für die Anliegen der Anrufer haben.
Salzburgs Erzbischof Franz Lackner feierte bereits am 9. Dezember gemeinsam mit den Häftlingen in der Justizanstalt Salzburg einen vorweihnachtlichen Gottesdienst. Linz Bischof Ludwig Schwarz wird am Dienstag, 16. Dezember, die Justizanstalt Linz besuchen.
Im Burgenland beteiligte sich Bischof Ägidius Zsifkovics gemeinsam mit Landeshauptmann Hans Niessl am Freitag an einem Benefizschnapsturnier zugunsten bedürftiger Familien in Oberwart. Am Donnerstag, 16. Dezember, ist der Bischof zu Gast beim Pendleradvent im Arbeiterwohnheim in Wien. Gemeinsam mit Angestellten und Insassen der Justizanstalt Eisenstadt wird Zsifkovics tags darauf einen vorweihnachtlichen Gottesdienst feiern. Am Dienstag, 23. Dezember, steht er einer Messe im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt vor.
Der Kärntner Bischof Alois Schwarz besucht traditionell vor Weihnachten das Gefangenenhaushaus Klagenfurt. Heuer findet dieser Besuch am Donnerstag, 16. Dezember, statt. Er feiert mit Häftlingen und Personal einen Adventgottesdienst. Tags darauf zelebriert der Bischof in der Klagenfurter Heiligengeistkirche eine Messe mit den Lehrern und Schülern des RG/ORG Ursula. Am Freitag, 19. Dezember, steht eine Messe mit Patienten der Psychiatrischen Außenstelle des Klinikums Klagenfurt am Wörthersee in der Stiftskirche St. Georgen/Längsee auf dem Programm.
Am vierten Adventsonntag, am 21. Dezember, spricht Schwarz im Rahmen eines Adventsingens in der Pfarrkirche Obervellach meditative und adventliche Texte. Tags darauf wird der Bischof dem bereits traditionell Benefizkonzert in der Stiftskirche St. Georgen/Längsee zu Gunsten in Not geratener Feuerwehrmänner des Bezirks St. Veit/Glan sowie deren Familien beiwohnen.
Der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer besucht am Dienstag, 16. Dezember, die Justizanstalt Völs, um mit Insassen und Justizwache einen vorweihnachtlichen Gottesdienst zu feiern. Für Donnerstag, 18. Dezember, ist eine Vorweihnachtsfeier mit diözesanen Mitarbeitern geplant. Am Mittwoch, 24. Dezember, wird der Bischof verschiedene Sozialeinrichtungen besuchen und den Heiligen Abend in einer Obdachloseneinrichtung feiern.
Der Vorarlberger Bischof Benno Elbs wird sich am Donnerstag, 18. Dezember, bei einem Talk den Fragen von Jugendlichen in Hohenems St. Karl zum Thema "geflüchtet" stellen. Ebenfalls Jugendlichen sind Exerzitien vom 19. bis 21. Dezember gewidmet. Am 23. Dezember wird Scheuer einen Gottesdienst im Gefängnis Feldkirch halten. Die Beichte wird Elbs am Dienstag, 23. Dezember, in Feldkirch-Nofels abnehmen. Ebenfalls am 23. Dezember feiert der Bischof einen Gottesdienst im Gefängnis Feldkirch.
Keine offiziellen Besuche, dafür aber viele persönliche seelsorgliche Gespräche, hat sich der Grazer Bischof Egon Kapellari noch bis Weihnachten vorgenommen. Am 25. Dezember ist der Bischof außerdem zu Gast bei "Steiermark heute". Die Christmette feiert Kapellari um 24 Uhr mit den Gläubigen im Grazer Dom.
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