
Schwarz: Fremdenangst schwindet bei Begegnung
Die Angst vor Fremden überwindet man "in dem Augenblick, da man dem Fremden ins Gesicht und in die Augen schaut". Die Wichtigkeit unmittelbarer Begegnung mit Notleidenden und Heimatvertriebenen hat der Klagenfurter Bischof Alois Schwarz in einem Interview der aktuellen Kärntner Ausgabe der Zeitung "meine Woche" unterstrichen. "Das Wichtigste ist, dem Menschen Ansehen zu geben, indem man ihn ansieht." Die sei der erste Zugang, "dass Menschen einander als Menschen wahrnehmen", sagte Schwarz.
Besonderer Aufmerksamkeit und Anteilnahme bedürften heuer Flüchtlinge. Bischof Schwarz meinte, es könne nicht jeder Fremde beherbergen, "aber die, die es tun, sollen von uns bedankt werden". Es gelte weiterhin nach geeigneten Quartieren zu suchen. "Ich denke, es ist noch Platz", sagte Schwarz. Er berichtete von Anrufen mancher Priester, die ihn gefragt hätten , ob sie Flüchtlinge aufnehmen können. "Ich habe gesagt: Tu das bitte", so der Bischof. "Ich denk, dass da viel geschehen ist und noch weiter viel geschehen muss."
Schwarz dankte dem Land Kärnten, verschiedenen Hilfsorganisationen "und vor allem auch unserer Caritas", die sich um Quartiere verdient gemacht hätten. Auch Landeshauptmann Peter Kaiser würdigte der Bischof für dessen Bemühen um Flüchtlingsaufnahmen und dafür, dass Kaiser "mit großer sozialer Wachsamkeit Fürsorge trägt, dass Menschen eine Herberge finden". Der Bischof erinnerte an die Geburtsumstände Jesu Christi, die ebenfalls mit Herbergssuche und Vertreibung zu tun gehabt hätten: "Auch Jesus wurde 'unterwegs' geboren." Dieses Schicksal sei "uns in den Heimat suchenden Menschen sehr nahe".
Schwarz sprach sich für eine "Globalisierung des Teilens" aus. Das Leben und auch die Güter dieser Welt sollten miteinander geteilt werden. Auch dürfe eine Generation nicht auf Kosten der folgenden leben, warb der Bischof für einen "enkeltauglichen" Umgang mit Ressourcen. Die Weihnachtsbotschaft sei letztlich: "Gott ist Mensch geworden, damit wir das Menschsein lernen."