
Globalisierung der Solidarität statt Kriegslogik
Zum kirchlichen Weltfriedenstag am 1. Jänner ruft die Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) zu aktivem Einsatz für die Überwindung der Kriegslogik in Europa und weltweit, zu einer aktiven Neutralitätspolitik Österreichs und zu globalen Anstrengungen der Solidarität mit an den Rand gedrängten Menschen auf. Besonders die Ereignisse in der Ukraine haben 2014 vor Augen geführt, wie verhängnisvoll eine Logik geopolitischer Interessen und militärischer Expansion ist, so ACUS-Bundesvorsitzende Matthias B. Lauer in einer Aussendung (Mittwoch).
Anstatt neuen kalten und heißen Kriegen das Wort zu reden, brauche es eine neue Architektur der Solidarität und Zusammenarbeit auf dem europäischen und eurasischen Kontinent. Eine neue Architektur, die sich nicht länger den Interessen eines spekulativen Finanzsystems, oligarchischer Profitgier, rassistischen Ideologien vom Kampf der Kulturen und überkommenen Träumen von kolonialer Beherrschung anderer Nationen beuge.
Die christlichen Sozialdemokraten begrüßen besonders die Aussagen von Papst Franziskus zum kirchlichen Weltfriedenstag, der Mitmenschlichkeit statt Profitgier fordert, so Lauer. Papst Franziskus benennt zurecht ein Wirtschaftssystem, das den Besitz höher stellt als die Würde des Menschen, als eigentlichen Feind des Friedens. Unfrieden bedeutet in diesem System: offener und verdeckter Krieg, die Entwertung von Menschen durch Armut, Unterentwicklung und Ausgrenzung und die Verweigerung des Schutzes und der Rechte für Flüchtlinge und bedürftige Menschen. Ein solches System des Unfriedens muss überwunden werden, wollen wir als Menschheit weiter existieren., erklärt der Bundesvorsitzende.
Frieden konkret werden zu lassen, hieße hier in Österreich besonders, aktive Neutralitätspolitik zu betreiben und mit neoliberalen Strukturen radikal zu brechen.
Wir dürfen nicht zulassen, dass politische und wirtschaftliche Kräfte, die in den letzten Jahren ganze Länder verelendet haben, tausende von Toten an den EU-Außengrenzen zu verantworten haben, gezielte Tötungen von Zivilisten propagiert und durchgeführt haben und ständig neue Feindbilder, insbesondere gegen den Islam und gegen Nationen mehrheitlich orthodoxer Konfession produzieren, auch das Jahr 2015 beherrschen.