
Papst verurteilt Anschlag in Paris "aufs Schärfste"
Papst Franziskus hat den Anschlag auf die Redaktion der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" am Mittwochabend "aufs Schärfste" verurteilt. Diese tödliche Gewalt sei "abscheulich, welche Motive sie auch immer gehabt haben mag", heißt es in einer Erklärung von Vatikansprecher Federico Lombardi. Der Papst fordere jeden auf, sich "mit allen Mitteln der Ausbreitung von Hass und jeder Form von moralischer oder körperlicher Gewalt entgegenzustellen". Sie gefährdeten das "fundamentale Gut des friedlichen Zusammenlebens zwischen den Völkern und Personen", so Lombardi. Das Leben und die Würde aller Menschen müssten mit Entschiedenheit geschützt werden. Franziskus bete für die Opfer und ihre Angehörigen.
Vor Lombardi hatte am Mittwochnachmittag bereits der stellvertretende Leiter des vatikanischen Presseamtes, Ciro Benedettini, in einer ersten Reaktion vor Journalisten eine "doppelte Verurteilung" des Anschlags angekündigt. Die Kirchenleitung werde die Tat einerseits als "schrecklichen Akt der Gewalt" verurteilen und andererseits als "Attentat auf die Pressefreiheit". Diese sei "genauso wichtig wie die Religionsfreiheit", sagte Benedettini.
Wenige Stunden vor dem Anschlag hatte Papst Franziskus Mittwochfrüh eine Gruppe französischer Imame im Vatikan begrüßt. Die islamischen Vorbeter saßen in der ersten Reihe bei der wöchentlichen Generalaudienz in der Audienzhalle. Franziskus hieß sie nach der französischen Übersetzung seiner Ansprache ausdrücklich willkommen. Von den Imamen gab es Applaus für den Papst.
Bei dem Anschlag in Paris waren am Mittwoch mindestens zwölf Menschen erschossen und mehrere weitere schwer verletzt worden. Zwei vermummte Männer mit Schnellfeuerwaffen überfielen die Redaktion der religionskritischen Satirezeitung. Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande erklärte, es handele sich ohne Zweifel um die Tat von Terroristen. Die Angreifer sollen Medienberichten zufolge bei ihrem Überfall mehrfach "Allah ist groß" gerufen haben. Augenzeugen berichteten zudem, die Täter hätten "Rache für den Propheten" skandiert.