
200. Geburtstag von Don Bosco
Mit einem großen Festreigen begeht die Don Bosco-Bewegung den 200. Geburtstag ihres Ordensgründers Giovanni "Don" Bosco (1815-1888). Im Blick auf den nahenden Gedenktag des Heiligen am 31. Jänner wurde in Wien ein Kalender von Aktivitäten präsentiert, die in den folgenden Monaten an den italienischen Priester, Erzieher und Sozialpionier erinnern. Don Bosco ist ein lebendiger Heiliger, den Johannes Paul II. als "Vater und Lehrer der Jugend" bezeichnet habe, heißt es seitens des Salesianerordens. Auch Papst Franziskus, selbst ehemaliger Schüler der Salesianer, wird 2015 den "Streetworker Gottes" durch einen Besuch seiner Wirkstätte Turin würdigen.
Das Jubiläumsjahr sei ein "zusätzlicher Ansporn" für die mutige, konsequente und kompetente Fortsetzung der Arbeit des Gründers, erklärten die Provinzleiterin der Don Bosco Schwestern, Maria Maul, und Salesianer-Provinzial Petrus Obermüller in einer gemeinsamen Stellungnahme. Zum Wohl der jungen Menschen weltweit - "besonders derjenigen, die besondere Hilfe benötigen, der Ärmsten und der Schwächsten unter ihnen" - solle die dem Orden übertragene Sendung "mit erneuerter Überzeugung und Entschiedenheit" gelebt werden.
In Österreich begeht der Orden die kommenden Monate bis zum eigentlichen 200. Geburtstag Don Boscos am 16. August mit zahlreichen Veranstaltungen unterschiedlicher Ausrichtung. Dazu gehört u.a. ein pädagogisches Symposium in Salzburg zum Thema "Herzenssache" am 6. März, die ORF-Liveübertragung der Pfingstmesse am 24. Mai - im Orden zugleich Festtag "Maria, Hilfe der Christen" - aus der Don-Bosco-Kirche in Wien-Neuerdberg, die Aufführung des von der Don Bosco-Schwester Sylvia Steiger geschriebene Musical "Giovanni Bosco - Live for Youth" auf Schloss Hartberg, ein Film über das Leben Don Boscos sowie eine Ausstellung über sein Wirken.
Zu den internationalen Feiern gehört neben der Turin-Reise des Papstes auch ein Jugendfest in Turin mit tausenden Jugendlichen im August, darunter 100 Teilnehmer aus Österreich. Der Salesianerorden betreibt zudem auf der EXPO in Mailand einen eigenen Pavillon.
"Unverbesserlicher Optimist"
Don Boscos Ruf sei zu Lebzeiten der eines "unverbesserlichen Optimisten" gewesen und er habe es "nur durch seine gehörige Portion Gottvertrauen" gewagt, in der Industriemetropole Turin arbeitslosen, inhaftierten oder anderwärtig sozial entwurzelten Jugendlichen zu helfen, heißt es in der Aussendung des Ordens. Der Priester holte die Jugendlichen von der Straße und nahm sie in einem offenen Jugendzentrum - dem "Oratorium" - auf, das nach den Grundprinzipien Geborgenheit, Freizeit, Bildung und Glaube ausgerichtet war. Immer habe er dabei in allen Menschen einen "guten Kern" gesucht und gesehen. Revolutionär für Don Boscos Zeit sei auch sein Erziehungsstil gewesen, der auf harte Strafen verzichtet und stattdessen auf Prävention sowie auf spürbare Liebe, Einsicht und Glaube gesetzt habe.
Zur Umsetzung seiner Ziele gründete Don Bosco 1859 in Turin im Geiste des heiligen Franz von Sales (1567-1622) eine religiöse Vereinigung zur Betreuung von Lehrlingen und jungen Arbeitern, die 1869 als Kongregation approbiert wurde. Die "Gesellschaft des Hl. Franz von Sales"- kurz "Salesianer Don Boscos" - sind heute mit 15.300 Mitgliedern in 132 Ländern die zweitgrößte Ordensgemeinschaft der katholischen Kirche. Eine der größten katholischen Frauenorden - mit 13.000 Mitgliedern - sind die "Töchter Mariens der Helferin der Christen", kurz "Don Bosco Schwestern", die der Heilige 1872 gemeinsam mit Maria Dominika Mazzarello (1837-1881) zur Förderung der Mädchenerziehung gründete.
Don Bosco bezog außer seiner eigenen Mutter Margareta Occhiena (1788-1856) zahlreiche weitere Frauen und Männer als Lehrer, Ausbilder und Erzieher in sein Jugendwerk ein. Daraus erwuchs seine Idee des "Salesianers in der Welt", der heute weltweit 35.000 Frauen und Männer - in der Vereinigung der "Salesianischen Mitarbeiter" - angehören. Teil der Don Bosco Bewegung sind zudem auch viele Menschen, die als Jugendliche während ihrer Schulzeit, ihrer Ausbildung oder ihres Studiums den Orden kennenlernten und diese Verbindung als "Ehemalige Don Boscos" bzw. "Ehemalige der Don Bosco Schwestern" nun weiter intensiv pflegen.
Gelingendes Leben für junge Menschen
Am 31. Jänner 1888 starb Johannes Bosco. Er wurde am 1. April 1934 heiliggesprochen und gilt weltweit als Schutzpatron der Jugend. Schon kurz nach seinem Tod kamen 1903 die ersten Salesianer Don Boscos nach Wien. Von hier aus wurde 1905 die österreichische Ordensprovinz errichtet, in der derzeit rund 75 Salesianer in zehn Niederlassungen leben und arbeiten. Der Orden führt u.a. in Wien das Don Bosco-Haus und das Hochschülerheim Salesianum, in Unterwaltersdorf (NÖ) das Don Bosco-Gymnasium mit angeschlossenem Studienheim. Schülerheime gibt es auch in Fulpmes in Tirol und in Klagenfurt. Weiters betreuen die Salesianer Pfarren in Wien, Graz, Klagenfurt, Amstetten und Linz.
Die Don Bosco Schwestern sind vor allem in Kindergärten, Schulen, Jugendgruppen, in Heimen, Horten und Freizeitzentren tätig. Die österreichischen Niederlassungen der deutschsprachigen Provinz sind in Salzburg, Stams, Baumkirchen, Vöcklabruck und Klagenfurt. Beide Orden haben sich den Einsatz dafür, "damit das Leben junger Menschen gelingt" auf die Fahnen geschrieben.
Den sozialen Herausforderungen kommen weitere Partnerorganisationen nach: Die Salesianer und Don Bosco Schwestern sind mit dem Verein Jugend Eine Welt Träger des Don Bosco Flüchtlingswerks, das unbegleitete, minderjährige Asylwerber betreut. Die Vereine Volontariat bewegt (ebenfalls in Mitträgerschaft von Jugend Eine Welt) und VIDES organisieren Freiwilligeneinsätze für junge Erwachsene und unterstützen Projekte in den Ländern des Südens.