
Schmähpreis "Schandfleck des Jahres"
Zum dritten Mal verleiht das "Netzwerk Soziale Verantwortung", dessen Mitglied auch die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar ist, den Schmähpreis "Schandfleck des Jahres". Diese "Auszeichnung" wird alljährlich an "besonders gesellschaftlich unverantwortliche" Unternehmen, Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen vergeben. Nominiert sind diesmal die Unternehmen IKEA, Samsung und Plachutta, der Cateringservice "Henry am Zug" und die "Eterna GmbH" sowie EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Per Online-Voting bis zum 18. Februar unter www.schandfleck.or.at können die Genannten zumindest virtuell für ihre Verfehlungen an den Pranger gestellt werden.
Warum Juncker und die fünf Unternehmen gescholten werden sollen, begründet das "Netzwerk Soziale Verantwortung" ebenfalls auf dieser Website: Der EU-Politiker etwa habe in Luxemburg zu einer Steueroase für Unternehmen und vermögende Einzelpersonen gemacht. Die "Castella GmbH" (nunmehr "Eterna GmbH") stehe für rücksichtslose Mietspekulation im Zusammenhang mit der Räumung der "Pizzeria Anarchia", der sommerliche Großeinsatz von 1454 PolizistInnen in Wien-Leopoldstadt sorgte damals für Schlagzeilen. Medienaufmerksamkeit erregte auch die Plachutta-Gruppe wegen der fristlosen Entlassung des Kellners Juraj Tatara , der seine mitgebrachten Erdbeeren mit Betriebszucker versüßen wollte.
"Henry am Zug", der Cateringservice in ÖBB-Zügen, wird Lohndumping vorgeworfen, dem Möbelriesen IKEA die Verletzung von Arbeitnehmerrechten und Öko-Schmäh. Samsung schließlich habe Arbeitsunfälle und Gesundheitsschädigungen bei Zulieferfirmen zu verantworten.
Franz Fiala, Vorstandsvorsitzender des "Netzwerks Soziale Verantwortung", sieht den "Schandfleck" auch als Signal an die Politik. Eine sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Gesellschaft erfordere einen "gesetzlichen Rahmen, der Mindeststandards in den Bereichen ArbeitnehmerInnenrechte, Ökologie, Gendergerechtigkeit und Menschenrechte garantiert".
Bekannt gegeben wird der "Schandfleck des Jahres" in den Kategorien Publikums- und Jurypreis am Welttag der sozialen Gerechtigkeit, dem 20. Februar 2015, im Off-Theater in Wien-Neubau. Im Vorjahr erging der Jury-Preis an die Bundestheater Holding für das Outsourcing der Billeteure, der Publikumspreis an die "Androtz Hydro GmbH" für ihre Rolle bei menschenrechtlich und ökologisch problematischen Staudammprojekten.
(Link: www.schandfleck.or.at)