
Der Gewalt Friedenszeichen entgegenhalten
Der Feldkircher Bischof Benno Elbs hat im Blick auf die Terrorakte in Paris dazu aufgerufen, "der Gewalt Zeichen des Friedens entgegenzuhalten". Konkret rief er zur Teilnahme an einem interreligiösen Friedensgebet am Donnerstag um 18 Uhr auf dem Dornbirner Marktplatz auf. Je grausamer der Terror wüte, umso stärker seien die Frauen und Männer der verschiedenen Religionen gefordert, friedliche Gegenakzente zu setzen, heißt es in einer Aussendung der Diözese Feldkirch unter dem Titel "Ein 'Trotzdem' muss unsere Antwort sein". Gemeinsame Hoffnung auf Frieden besitze die Kraft, "den Terror machtlos werden zu lassen", so Elbs. Er bat um die Mithilfe aller, "das Verbindende über das Trennende zu stellen".
Von Religionsgemeinschaften veranstaltete Kundgebungen für Frieden und gegen terroristische Gewalt sind auch in Graz (am Freitag, 23. Jänner) und Linz (24. Jänner) geplant.
In Dornbirn wird Bischof Elbs am Donnerstagabend gemeinsam mit Vertretern des Islam, der evangelischen, orthodoxen und altkatholischen Kirche, des Buddhismus und der Bahai-Gemeinschaft für ein friedliches Zusammenleben der Religionen beten. Als Referatsbischof für den Dialog der Weltreligionen habe er gleichzeitig auch die Arbeitsgruppe "Religionen für den Frieden" ins Leben gerufen, teile die Diözese Feldkirch mit. Eingeladen sind auch hier Vertreter und Vertreterinnen aller Religionsgemeinschaften in Vorarlberg, die das Ziel verfolgen wollen, "frühzeitig Probleme zu erkennen und gemeinsam handlungsfähig zu werden".
"Angesichts der Gewalt und des Hasses, die hinter den jüngsten Anschlägen stehen, ist es für die Religionen gerade jetzt lebenswichtig, den Kontakt zueinander nicht abreißen zu lassen", betonte Elbs. "Angst, das Schüren von Hass, der Aufbau von Vorurteilen" seien genau jene Reaktionen, die mit terroristischen Anschlägen erzielt werden sollen. Der Bischof appellierte: "Lassen wir uns vom Terror nicht diktieren, wen wir zu unseren Freunden zählen und bemühen wir uns gerade heute mit aller Kraft und mehr denn je um den Aufbau von Kontakten zu Menschen anderen Glaubens und anderer Herkunft!" Elbs ist überzeugt: "Gewalt steht im Widerspruch zum Wesen Gottes." Nur Brücken des Kennenlernens, des Gesprächs und des Vertrauens könnten Ängste überwinden und Frieden und Sicherheit erhalten.
Zum Friedensgebet am 22. Jänner sind alle eingeladen, die wie die Religionsgemeinschaften in Vorarlberg zeigen wollen, "dass ihre Solidarität und ihr gemeinsamer Wille zum friedlichen Zusammenleben der Kulturen und Religionen ungebrochen sind".
Die neue Arbeitsgruppe "Religionen für den Frieden" starte mit dem Anliegen, die bestehende Kultur des Austausches und der interreligiösen Zusammenarbeit in Vorarlberg noch weiter zu vertiefen. Wie die Islambeauftragten der Diözese Feldkirch, Aglaia Mika und Ursula Rapp, betonten, soll dabei auch ein gemeinsamer Blick auf die "religiös-sozialen Brennpunkte" des Landes geworfen werden. Gestartet werde die Arbeitsgruppe am Donnerstag, direkt im Anschluss an das interreligiöse Friedensgebet in Dornbirn.
Kundgebungen gegen Gewalt in Graz und Linz
In Graz setzen Religionsvertreter am Freitag, 23. Jänner, um 15 Uhr auf dem Grazer Hauptplatz ein Zeichen für den Frieden. Veranstalter sind u.a. das Ökumenische Forum der christlichen Kirchen in der Steiermark, die Islamische Religionsgemeinde Graz, die Israelitische Kultusgemeinde Wien, das Kulturzentrum bei den Minoriten und das Afro-Asiatische Institut. Die Demonstration gegen Gewalt, für Meinungsfreiheit und gegenseitigen Respekt soll "der Verunsicherung und Angst vor islamistischem Terror etwas entgegensetzen": Mit Besonnenheit und Entschlossenheit gelte es für die Werte von Demokratie und Solidarität einzutreten. Der Aufruf richte sich an alle, "die auf Basis der Menschenrechte in einem Europa der Vielfalt leben möchten".
In Linz rufen die Katholische Aktion Oberösterreich und die Islamische Religionsgemeinde Linz zu einer Kundgebung unter dem Motto "Gemeinsam gegen Gewalt" am 24. Jänner um 13 Uhr im Volksgarten auf. Die einzige zielführende Antwort auf extremistischen Terror könne nur darin bestehen, gemeinsam und konfessionsübergreifend für Frieden, Freiheit und Solidarität einzutreten, betonte KA-Präsident Bert Brandstetter in seinem Aufruf. Es sei ein Gebot der Stunde, alles zu tun, um gegenseitigen Respekt und ein friedliches Miteinander in der pluralen Gesellschaft zu fördern.